Washington und Seoul fordern UN-Reaktion

16. April 2011, 20:19
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Gegen Urananreicherungsprogramm Pjöngjangs

Seoul - Im Atomstreit mit Nordkorea drängen die USA und Südkorea weiter auf eine geschlossene internationale Antwort auf das Urananreicherungsprogramm des kommunistischen Staates. Beide Seiten hätten erneut die Uranaktivitäten Nordkoreas verurteilt, teilte das Außenministerium in Seoul am Samstag nach einem Treffen zwischen US-Außenministerin Hillary Clinton und ihrem südkoreanischen Amtskollegen Kim Sung Hwan mit. Der UN-Sicherheitsrat und die internationale Gemeinschaft sollten strikt mit dem Problem umgehen.

Beide Minister bekräftigten demnach zudem, dass Nordkorea mit Taten und Worten zeigen müsse, dass es dem Ziel der atomaren Abrüstung verpflichtet ist. Dies sei eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das nordkoreanische Atomprogramm.

Neue Anlage

Im vergangenen November war die Existenz einer neuen Anlage zur Urananreicherung in dem nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon bekanntgeworden. Die US-Regierung befürchtet, dass die Urananreicherung dem Bau von Atomwaffen dienen soll.

Nordkorea hatte sich im März zu Gesprächen über die Anreicherungsaktivitäten bereiterklärt. Diese könnten im Rahmen der Sechs-Länder-Gespräche über sein Atomprogramm diskutiert werden, hatte es geheißen. Konkrete Zusagen zur Fortsetzung der Atomverhandlungen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan gab es bisher nicht. Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche im April 2009 als abgebrochen bezeichnet.

Clinton und Kim bekräftigten auch die Forderung an Nordkorea, "sich für seine Provokationen verantwortlich zu zeigen". Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich durch den Beschuss einer südkoreanischen Insel im Gelben Meer im November durch die nordkoreanische Küstenartillerie spürbar verschärft. Vier Menschen waren damals ums Leben gekommen.

Clinton äußerte sich unterdessen in Seoul zuversichtlich hinsichtlich der baldigen Ratifizierung eines bereits vor vier Jahren unterzeichneten Freihandelsabkommens zwischen den USA und Südkorea. "Ich bin sehr ermutigt und entschlossen, was die Billigung des Freihandelsabkommen betrifft", sagte Clinton. Beide Länder hatten im Dezember ein Ergänzungsabkommen zu dem Pakt geschlossen. Dadurch wurden den US-Autoherstellern bessere Konditionen zum Marktzugang in Südkorea zugestanden.

Clinton war am Samstag aus Berlin, wo sie an einer Nato-Außenministerkonferenz teilgenommen hatte, nach Seoul gereist. An diesem Sonntag fliegt sie nach Japan weiter. (APA)

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