Deutschland zieht Österreich mit und Investitionen an

15. April 2011, 19:46
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Oberbank verstärkt Präsenz

München/Berlin - Vom kranken Mann Europas zur Konjunkturlokomotive: Deutschland mit seinem 3,7-prozentigen Wachstum im Vorjahr und den weiterhin günstigen Konjunkturdaten stützt auch die österreichischen Exporte und Investitionen. Die Ausfuhren in das Nachbarland stiegen 2010 um 18 Prozent - deutlich stärker als die Gesamtexporte mit elf Prozent. 15 Milliarden sind in Deutschland investiert.

Noch stärker ist die Bedeutung für Oberösterreich: 6000 der 7200 Exportbetriebe des Bundeslandes liefern laut Rudolf Trauner, Wirtschaftskammerpräsident des Bundeslandes, nach Deutschland. Er erwartet sich einen Anstieg der Zahl der ausführenden Unternehmen auf 9000, wie er bei einem von der Oberbank organisierten Besuch in München und Berlin erklärte. Landeshauptmann Josef Pühringer rechnet heuer für Oberösterreich mit einem überdurchschnittlichen Wachstum von mehr als drei Prozent, die Arbeitslosigkeit werde auf unter 4,5 Prozent sinken.

Oberbank-Chef Franz Gasselsberger ist ebenfalls von der Entwicklung angetan. "Geht's den Deutschen gut, geht's auch Österreich gut", meinte er. Das Institut verdanke ein Drittel des Kredit- und Einlagenzuwachses den 20 bayerischen Filialen. Heuer werden zwei weitere Standorte eröffnet, "auf Sicht" sind 30 Filialen angepeilt. Eine Expansion über die bayerischen Grenzen hinweg werde im Zuge der neuen Strategieentwicklung erwogen und sei nicht auszuschließen, erklärte Gasslsberger.

Dass Deutschland derzeit so brummt, führt der Regensburger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Wiegart auch auf die Strukturreformen der letzten Jahre zurück. Liberalisierung des Arbeitsmarktes, Steuersenkungen und moderate Lohnerhöhungen zählt der ehemalige Wirtschaftsweise zu den Erfolgsfaktoren. Die Betriebe hätten gleichzeitig hohe Produktivitätsfortschritte erzielt. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.4.2011)

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