Grüne Radpolitik kommt nicht in die Gänge

15. April 2011, 18:36
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Zähe Verhandlungen mit ÖBB und Bezirken

Wien - Die Wiener Grünen haben sich die Umsetzung diverser Verbesserungen im Radverkehr offenbar einfacher vorgestellt. Von den 30 bis 50 neuen Projekten, die sie vor einigen Wochen angekündigt haben, ist noch kein einziges spruchreif. Dabei ist die Förderung der unmotorisierten Fortbewegung auf zwei Rädern seit jeher ein Lieblingsthema der ökobewussten Truppe. Bei den zwei großen Prestigeprojekten, mit denen die Neo-Stadtregierungspartei punkten wollte - die Einführung von Fahrradstraßen sowie die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht -, hat die Bundesregierung die Grünen ausgebremst: Für beides fehlt eine rechtliche Grundlage in der eben novellierten Straßenverkehrsordnung.

Auch bei kleineren Vorhaben gibt's Wickel. So kündigte der grüne Radweg-Beauftragte Christoph Chorherr eine neue Durchfahrt durch den ersten Bezirk an. Anstatt diversen Einbahnen auszuweichen, sollten sich Radfahrer künftig in beiden Richtungen zügig durch die City bewegen können. Bei der schwarzen Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel hält sich die Begeisterung für dieses Projekt in Grenzen. "Man kann nicht einfach ins Grüne hinein Wünsche äußern", sagt Stenzels Büroleiterin Angelika Mayrhofer-Battlogg, "sondern braucht einen Kostenplan."

Ums Geld geht es auch in den Verhandlungen mit den ÖBB in puncto Radgaragen an West- und Hauptbahnhof. Noch ist unklar, wie viel das Fahrradparken dort kosten und wer die Anlage betreiben wird. Vor allem beim Westbahnhof müssen die Verhandler langsam in die Gänge kommen, schließlich soll er im November fertiggestellt sein. Laut ÖBB ist bisher noch nicht einmal geklärt, wo sich die Radabstellplätze genau befinden werden. (Martina Stemmer, DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.4.2011)

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