Rund-Umschlag der Post

15. April 2011, 18:02
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Will Prospekte in Heft bündeln - Verleger sehen Konkurrenz - Post will parallel aus "Bezirkszeitung" aussteigen - RMA meldet Komplettübernahme an

Wien - Die Post AG plant, Prospekte in einem Umschlag gebündelt zuzustellen, und hat Maschinen dafür bestellt: Collator heißen die und könnten Collatoralschäden bescheren. Plane die Post da ein Gratisblatt, das Verlagen Konkurrenz macht, "spielt's Granada", droht ein Medienmanager, etwa die marktbeherrschende Position der Post aufs Tapet zu bringen.

Post-Sprecher Michael Homola bestätigt Pläne, Prospekte zweimal die Woche in einem "Umschlag" zu bündeln. Keine Gratiszeitung, sagt er. Artikel auf dem Umschlag? "Es liegt nahe, den Platz zu nützen, wie, ist aber noch ungeklärt." Journalisten sollen angesprochen worden sein. Ende 2011, Anfang 2012 soll der mögliche Rund-Umschlag starten.

Von ihrer bestehenden Gratiswochenzeitung verabschiedet sich die Post gerade: 2006 übernahm die Post mit Otto Steixner die "Wiener Bezirkszeitung", 2009 stieg Steixner aus, der Gratiszeitungsring Regionalmedien Austria von Styria und Moser Holding übernahm 74,9 Prozent an dem Wiener Gratisblatt, das im Mader Zeitschriftenverlag erscheint.

Nun meldete die RMA die Übernahme der verbliebenen 25,1 Prozent Post bei der Wettbewerbsbehörde an.

Ist aber wohl nur ein Zufall, dass parallel zum Umschlagplan der Post und ihrem Ausstieg von der Wiener Bezirkszeitung Otto Steixner Pläne für eine Gratistageszeitung für Westösterreich nachgesagt werden. Er soll in Tirol schon Büros angemietet und Journalisten für sein nächstes Projekt angesprochen haben. Steixner dementierte die Pläne als "Schmarrn", "ich plane nichts". Über einen Ausbau seines Anzeigenblatts "Echo am Freitag" wird spekuliert. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.4.2011)

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