Leidenschaft und Know-how in Personalfragen

18. April 2011, 10:16
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Mit 180 Teilnehmern war das Jahresforum für die Personalwirtschaft in Rust heuer so gut besucht wie noch nie

Die wirtschaftliche Entspannung im Hintergrund war am Donnerstag und Freitag den Personalverantwortlichen anzusehen. Viele Themen der Unternehmen sind nicht mehr ganz so unangenehm - allerdings auch nicht kleiner: Nach Kapazitätsanpassungen, nach dem dicken Rotstift gibt es nun wieder mehr Spielraum.

Allerdings wirken die Spätfolgen der sehr harten zwei Jahre in vielen Unternehmen nach: Verunsicherung, Defizite im Commitment, Leistungsverlust und Studien zufolge durchschnittlich rund 60 Prozent der Belegschaft, die bei der nächsten gebotenen Chance wechseln möchten. Dazu die großen Langfrist-Themen wie demografischer Knick, die Folgen steigender Arbeitsbelastung (Burn-out) und die große Frage nach dem Woher der Fachkräfte, deren Mangel sich immer mehr als limitierender Wachstumsfaktor herauskristallisiert.

Gastgeberin Romy Faisst hat heuer einen ganz besonderen Rahmen geboten, in dem sich Technik-Freaks und Social-Media-Skeptiker gleichermaßen wohlfühlen konnten: Das Generalthema Social Media war in beide Richtungen bespielt, sowohl durch die Nutzungsmöglichkeit aller Kanäle vor Ort als auch durch Umkehrungen in die analoge Welt, etwa ausgedruckte "I like"-Karten.

Dass inhaltlich heftig diskutiert und debattiert wurde, war erneut dem Personalprofessor der Uni des Saarlandes, Christian Scholz, zu verdanken, dem fachlichen Leiter des Jahresforums. Er lässt nicht locker im Hinterfragen von Befähigungen und Befugnissen der Human-Resources-Verantwortlichen, er nimmt gerne die Rolle des Provozierens ein. Heuer u. a. mit zwölf Thesen (siehe Grafik), die abgestimmt, zerpflückt, kritisiert und reflektiert wurden. Ziel: Rollenklarheit in den Personalabteilungen zum Wohle des Gesamtunternehmens, der Mitarbeiter, der Zukunftsfähigkeit der Organisationen.

Betrieblicher Sozialpreis

Die Sieger des betrieblichen Sozialpreises wurden ebenfalls in Rust gekürt: Platz eins ging an die technosert electronic GmbH für die Gleichbehandlungsinitiativen und Hebung der Frauenquote auf 40 Prozent. Das Projekt "Wozabal konfliktfest" (Strukturen und Ausbildung für internes Konfliktmanagement) der Wozabal Management GmbH errang Platz zwei, dm drogerie markt GmbH, abz austria und T-Systems erzielten je einen dritten Platz. (kbau/DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.4.2011)

  • Christian Scholz, Uni des Saarlandes, (li.) und Romy Faisst, Business Circle, mit den Keynote- Speakern Michael Krammer, Orange, Adolf M. Picard, Otto GmbH (re.).
    foto: business circle

    Christian Scholz, Uni des Saarlandes, (li.) und Romy Faisst, Business Circle, mit den Keynote- Speakern Michael Krammer, Orange, Adolf M. Picard, Otto GmbH (re.).

  • Thesen von Personalprofessor Christian Scholz.
    grafik: standard

    Thesen von Personalprofessor Christian Scholz.

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