Schweinegrippe-Vakzin könnte Narkolepsie auslösen

17. April 2011, 08:15
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Zusammenhang zwischen Impfung und krankhafter Schläfrigkeit bei Kindern und Jugendlichen aber noch nicht bewiesen

London - Der Schweinegrippe-Impfstoff "Pandemrix" des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) könnte bei Kindern und Jugendlichen Narkolepsie, also krankhafte Schlafattacken, auslösen. Das beratende Expertengremium (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat jetzt die Aufnahme eines Warnhinweises für die verschreibenden Ärzte empfohlen. Dies erfolge aber nur aufgrund vorläufiger Erkenntnisse, hieß es am Freitag in einer EMA-Aussendung.

Zunächst hatte es Hinweise auf ein Narkolepsie-Risiko bei Verwendung des A(H1N1)-Impfstoffes aus in Hühnereiern gezüchteten Antigenen in Kombination mit einem Adjuvans aus Finnland gegeben. Mittlerweile gibt es auch Daten aus Frankreich und Schweden. Die EMA: "Vorläufige Resultate einer Studie mit den Daten aus einem schwedischen Register zwischen Oktober 2009 und Dezember 2010 über Narkolepsie bei Kindern und Jugendlichen (unter 20 Jahren), welche 'Pandemrix' bekommen hatten, deuten im Vergleich zu nicht geimpften Personen in der selben Altersgruppe auf eine vierfach größere Häufigkeit von Narkolepsie hin." Dies wären um drei bis vier solcher Fälle pro 100.000 Personen mehr als sonst.

Hinweise auf ein Risiko

Die neuen Daten würden die ersten Hinweise auf ein solches Risiko verstärken, stellte die Agentur fest. Allerdings gäbe es keine plausible Erklärung, wie die Vakzine Narkolepsie auslösen könnte. Außerdem seien diese Beobachtungen nur in einigen wenigen EU-Staaten gemacht worden. Dies könnte darauf hindeuten, dass eine Kombination mit anderen lokalen bzw. regionalen Faktoren die Probleme auslösen. Eine endgültige Bewertung soll es erst im Juli dieses Jahres geben. Bis dahin werden auch Daten aus einer kanadischen Studie vorliegen. In Österreich wurde während der Schweinegrippe-Pandemie "Pandemrix" nicht verwendet. (APA)

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