Hunger für Barisic das Um und Auf

15. April 2011, 15:08
117 Postings

Wiener an ehemaliger Wirkungsstätte Tivoli erstmals Cheftrainer "Mehr als ein Kribbeln" - Innsbrucker wollen "noch den ein oder anderen überholen"

Innsbruck/Wien - Zoran Barisic ist am Samstag bei seinem Debüt als Cheftrainer zu Gast bei Freunden, absolviert Rapids Interimscoach doch seine Feuertaufe am Innsbrucker Tivoli, wo er als Spieler dreimal (2000, 2001, 2002) Meister wurde. "Ich spüre schon mehr als ein Kribbeln. Für mich ist es in doppelter Hinsicht eine besondere Situation, weil ich in Innsbruck eine wunderschöne Zeit hatte und dort noch mit vielen in Kontakt bin", sagte der 40-Jährige.

Gastgeschenke dürfen sich die Tiroler allerdings nicht erwarten, dafür steht für Rapid zu viel auf dem Spiel. Die fünftplatzierten Hütteldorfer, nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor Wacker, benötigen unbedingt Punktezuwachs, um nicht die oberen Tabellenregionen und damit die Europacup-Teilnahme aus den Augen zu verlieren. "Wir wollen dieses Ziel unbedingt erreichen, wissen aber auch, dass es schwer wird. Wacker hat eine sehr kompakte Mannschaft, die gut umschaltet und auch gute Einzelspieler hat", betonte Barisic.

Selbst mit einem Erfolg in Innsbruck bleiben Meisterträume angesichts eines Rückstandes von acht Punkten auf Spitzenreiter Austria unrealistisch. "Jetzt vom Titel zu sprechen, wäre vermessen. Wir müssen einfach von Spiel zu Spiel schauen", weiß auch Barisic. Mit einer Siegesserie könnte er die Klubspitze der Hütteldorfer eventuell noch einmal ins Grübeln bringen, was die Besetzung des Trainerpostens ab Sommer betrifft. "Aber darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich bin in der ganzen Sache bis Saisonende der unwichtigste Teil", sagte der Nachfolger von Peter Pacult.

Taktische Vorstellungen sind vorhanden

Zu seiner persönlichen Trainer-Philosophie waren von Barisic nur zurückhaltende Angaben zu hören. "Ich habe meine taktischen Vorstellungen und werde das System verwenden, das für die Mannschaft am besten passt", blieb der neue Chef eher kryptisch. Immerhin wurde bekannt, dass Barisic im Gegensatz zu seinem Vorgänger stärker auf Videoanalyse setzt und seine Spieler intensiver auf den Gegner vorbereitet. "Aber es wird nicht so sein, dass ich den Kopf der Spieler vollpumpe." Ansonsten werde er in der täglichen Trainingsarbeit nicht viel verändern. "Das Wichtigste ist, dass alle Spieler hungrig sind, und das ist definitiv der Fall."

Dies trifft laut Barisic aber auch auf die Innsbrucker zu. "Selbst wenn sie öffentlich nicht darüber sprechen: Intern haben sie sich sicher den Europacup-Startplatz als Ziel gesetzt", vermutete der Rapid-Betreuer. Dieser Ansicht widersprach Walter Kogler so halbwegs: "An den Europacup denken wir nicht. Wir wollen einfach noch den einen oder anderen überholen."

Ginge es nach ihml, dann hätte sich Rapid mit dem Trainerwechsel noch etwas Zeit lassen können. "Wäre das nicht passiert, wäre Rapid leichter ausrechenbar gewesen", erklärte Kogler. "Ich freue mich auf das Spiel. In den letzten drei Spielen war immer viel los, das Publikum ist voll auf seine Rechnung gekommen. Das erwarte ich auch für Samstag", sagte der Trainer der seit fünf Runden ungeschlagenen Innsbrucker. (APA/red)

Mögliche Aufstellungen und technische Daten:

FC Wacker Innsbruck - Rapid Wien (Samstag, 18.30 Uhr, Tivoli, SR Drachta). Bisherige Saisonergebnisse: 4:0 (h), 1:1 (a), 3:3 (a)

Wacker: Planer - Dakovic, Bea, Svejnoha, Pichler - Abraham - Bergmann, Perstaller, Merino, Schreter - Burgic

Ersatz: Schumacher - Bammer, Bilgen, Harding, Hauser, Köfler, Wernitznig

Es fehlen: Ildiz, Pranter, Löffler, P. Grünwald (alle verletzt), Öbster (gesperrt)

Rapid: Payer - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer - Heikkinen, Prokopic - Trimmel, Hofmann, Drazan - Salihi

Ersatz: Hedl - Patocka, Schimpelsberger, Kulovits, Hinum, Saurer, Vennegoor of Hesselink, Nuhiu

Es fehlen: Dober, Gartler, Kavlak, Pehlivan (alle verletzt bzw. rekonvaleszent)

Share if you care.