"Fischjaus'n" ade

20. April 2011, 16:59
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Die "Fischjaus'n" im Urlaub bleibt manchem nach dem Erdbeben in Japan im Hals stecken

Jod ist gesund, Jod ist wichtig. Hilft gegen den Kropf, den die Generation meiner Großeltern noch unterm Kinn vor sich hergetragen hat. Omega-6-Fettsäuren sind auch gesund, stärken die Nerven und machen klug. Überhaupt sollen wir ja mehr Fisch essen, wegen der gesunden Ernährung.

Das Meer liefert ganz viele für uns so wichtige Nährstoffe und Spurenelemente. Ganz abgesehen vom guten Meersalz, das gesünder ist, als das Steinsalz, sondern auch besser aussieht und wohl darum viel öfter in Kochsendungen auftaucht, als das weniger attraktive Salz aus den finsteren Minen. 

Ein Pluspunkt bei Reisen ans Meer ist die Möglichkeit zum überschwänglichen Fischkonsum. Kaum sonst bekommt man die Früchte des Meeres so frisch auf den Teller, wie im Urlaub. In manchen Fällen besteht sogar die Möglichkeit, das Abendessen noch ein paar Stunden vorher in Aktion zu erleben, beim Schnorcheln nämlich.

Und jetzt? Anstelle der wertvollen Omega-6-Fettsäuren liefert Fisch jetzt Cäsium-137, das strahlend weiße Meersalz mag nicht mehr schmecken, beim Running-Sushi dreht auch nur noch der Geigerzähler im roten Bereich. Wer will schon Miso-Suppe mit einer Halbwertszeit von 500.000 Jahren? (Mirjam Harmtodt/derStandard.at/20.04.2011)

  • Das Aus für die "Fischjaus'n" im Urlaub?
    foto: mirjam harmtodt

    Das Aus für die "Fischjaus'n" im Urlaub?

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