Kinder aus Lateinamerika an Pädophile verkauft

15. April 2011, 14:53
57 Postings

Polizei nahm zwei Männer fest, die Kinder nach Deutschland geholt und verkauft haben sollen

Berlin - Wie die Berliner Morgenpost berichtet, haben deutsche Ermittler zwei Männer festgenommen, die einen internationalen Kinderhändlerring organisiert haben sollen. Sie sollen Kinder aus Lateinamerika, der Erdbebenregion in Haiti und dem Karibikraum mit dem Versprechen auf ein besseres Leben nach Deutschland geholt und dort gezielt an zahlungswillige Pädophile weiterverkauft haben.

Einer der beiden Verdächtigen soll bereits in den Jahren 2002 und 2003 mindestens zwei 12 Jahre alte Kinder missbraucht haben. Zusätzlich werden ihm mehrere vergleichbare Taten im Jahr 2011 zur Last gelegt. Zu dieser Zeit habe er mehrere Kinder auf Haiti missbraucht, so die deutschen Bundespolizisten.

Auf die Spur dieses Tatverdächtigen sei man durch die Festnahme zweier Pädophiler auf dem Flughafen München gekommen, erklärte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Die beiden Männer seien bei der Passkontrolle aufgefallen, weil mit ihnen ein aus Costa Rica stammender Minderjähriger unterwegs war, dessen Papiere gefälscht waren. Die Tatverdächtigen wurden wegen organisierten Menschenhandels festgenommen  

Pädophile tarnten sich mit Hilfsorganisation

Wie ein Ermittler bekannt gab, sollen sich die mutmaßlichen Täter vor allem in Haiti mit einer von ihnen selbst gegründeten angeblichen Hilfsorganisation um minderjährige Straßenkinder gekümmert und diese danach nach Deutschland gebracht haben. "Die Kinder werden in ein Abhängigkeitsverhältnis gesetzt und dann in der Szene weitergereicht. Nach Ablauf der normalen Visa-Zeit von drei Monaten werden sie dann wieder in ihre Heimat geschickt – mit seelischen Schäden, wie man sie sich wohl nicht vorstellen kann“, so der Ermittler gegenüber der Morgenpost. Unter den Betroffenen sollen sich auch zahlreiche Waisen befunden haben.

Allerdings könne man im Moment die Dimension des Pädophilen-Netzwerks und der Kundenkartei noch nicht abschätzen. "Wer den Aufwand betreiben lässt, sich Minderjährige für sexuelle Übergriffe aus dem Ausland kommen zu lassen und diese dann noch weiterzureichen, der muss nicht nur über einen großen Komplizenkreis verfügen, sondern auch über erheblichen Einfluss und erhebliche finanzielle Mittel", erklärte ein Kriminalbeamter. (red).

Share if you care.