Knochenbrüche durch Osteoporose-Medikamente

15. April 2011, 13:48
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In seltenen Fällen können Bisphosphonate zu Schenkelhalsfrakturen führen - Aufnahme in Fach- und Gebrauchsinformationen

London - Weltweit werden seit vielen Jahren die sogenannten Bisphosphonate in der Therapie des krankhaften Knochenschwundes (Osteoporose) eingesetzt. Sie wirken durch Hemmung des Abbaus von Knochenmaterial durch die Osteoklasten. Doch in seltenen Fällen können die Medikamente selbst zu atypischen Oberschenkelfrakturen führen. Eine entsprechende Anmerkung soll jetzt laut der Europäischen Arzneimittelagentur EMA in die Fach- und Gebrauchsinformationen aufgenommen werden.

Vorteile überwiegen

Bisher gab es diese Information bereits in den Unterlagen zu dem häufig verwendeten Bisphosphonat Alendronat, so die EMA in einer Aussendung am Freitag. Es dürfte sich bei den selten auftretenden Frakturen aber um einen "Klasseneffekt" dieses und ähnlicher Arzneimittel handeln. Das Experten-Beratungskomitee der EMA stellte aber in seiner jüngsten Sitzung eindeutig fest, dass "die Vorteile der Bisphosphonate in der Behandlung und der Prävention von Knochenerkrankungen weiterhin größer sind als die Risiken" (...). Es sollte aber einen Warnhinweis bei diesen Medikamenten geben.

Risikobewusstsein

Ärzte, die Bisphosphonate verschreiben, sollten regelmäßig überprüfen, ob die Patienten die Arzneimittel weiterhin benötigen, speziell bei einem mehr als fünf Jahre dauernden Gebrauch. Auf der anderen Seite sollten sich auch die Patienten des Risikos bewusst sein. "Atypisch" sind diese Oberschenkelbrüche dadurch, dass nicht so schlagartig auftreten wie nach einem Sturz. Schwäche, Schmerzen in der Hüfte oder im Becken können als relativ unspezifische Symptome auf eine solche Komplikation hindeuten. (APA)

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