Der künftige Chef als Gegner

15. April 2011, 16:04
21 Postings

Jupp Heynckes kommt mit Lever­kusen auf Besuch nach München, wo die Bayern einen Abwehrkampf gegen die Europa League fechten

Berlin - Viel Brisanz verspricht am Sonntag das Duell des Tabellenvierten Bayern München mit dem Zweiten Bayer Leverkusen. Jupp Heynckes, der im Sommer den Double-Gewinner 2010 übernimmt, gastiert am Sonntag mit seiner Werkself in der 30. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga in der Allianz Arena. Für die Hausherren steht besonders viel auf dem Spiel, sie kämpfen im Fernduell mit Hannover 96 um Rang drei, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. So klein sind die Brötchen, die man heuer an der Isar bäckt.

Für Heynckes zählt derzeit allein seine Bayer-Gegenwart. "Das Stadion, der Gegner, die Konstellation - das alles ist faszinierend. Bayern ist Rekordmeister, Branchenführer, das heißt, dass wir noch eine Schippe drauflegen müssen. Und dass ich Trainer von Bayer bin, wir neun Punkte Vorsprung haben und die Bayern um Platz drei kämpfen, macht die Sache zusätzlich interessant", sagte der 65-Jährige im Fachmagazin "kicker". Sein Tipp für "das ganz gewöhnliche Spiel" lautet: "Wir gewinnen 2:1. Und dann springe ich vor Freude an die Decke!"

Sündenbock Kraft

Für die Münchner soll Interimstrainer Andries Jonker nach der Trennung von Louis van Gaal das Minimalziel mit den Bayern erreichen. Ob der Niederländer Änderungen vornimmt bleibt abzuwarten. Eine Umstellung auf ein System mit zwei Spitzen schloss er bereits aus. Fix ist die Rückkehr von Routinier Jörg Butt ins Tor, nachdem der junge Thomas Kraft zuletzt als Hauptschuldiger am Niedergang bloßgestellt worden war. "Thomas ist ein sehr großes Talent, aber ich muss nicht ausbilden, sondern sehen, dass Bayern die Champions League erreicht. Ich denke, dass wir mit Jörg eine größere Chance haben", begründete Jonker seine Maßnahme.

Den Münchnern droht Bastian Schweinsteiger ("Wir sind stärker als Bayer, ich habe keine Lust auf die Europa League"), der im Training eine Knöchelblessur erlitt, auszufallen. Frank Ribery ist wegen einer Muskelverhärtung fraglich. Sicher nicht dabei: Arjen Robben und Holger Badstuber. "Wir haben eine schwierige Situation, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir der FC Bayern sind. Bayer ist kein direkter Konkurrent mehr", sagte Mittelfeldspieler Thomas Müller. Die Bayern haben gegen Bayer seit 21. Oktober 1989 (0:1) keines der letzten 20 Liga-Heimspiele verloren.

Köln redet mit Skibbe

Der 1. FC Köln muss unterdessen trotz bester Aussichten auf den Klassenerhalt offenbar um den Verbleib von Trainer Frank Schaefer bangen. Der 47-Jährige, der Ende Oktober vom Amateur-Coach zum Bundesliga-Team aufgerückt war, hat den seit Dezember vorliegenden Vertrag noch nicht unterschrieben. "Es gibt viele Aspekte, die in meine Entscheidung einfließen. Sie gehen auch in den persönlichen Bereich rein", sagte Schaefer. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" hat Köln bereits Kontakt zum früheren Frankfurter Trainer Michael Skibbe aufgenommen. Sportdirektor Volker Finke bestreitet jedoch, dass es bereits einen "Plan B" gebe. (sidAPA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jupp Heynckes könnte die Bayern - und damit sich selbst - zur Europa Liga verdonnern.

Share if you care.