UN spricht von mindestens 1000 Toten

15. April 2011, 13:49
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Weiter Plünderungen in Abidjan

Paris - Der Machtkampf in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste hat nach UN-Schätzungen mindestens 1000 Menschen das Leben gekostet. "Es gib zwei große Problemgebiete: Abidjan und den Westen des Landes; insgesamt gab es sicherlich mehr als 1000 Tote", sagte der UN-Untergeneralsekretär Alain Le Roy der französischen Zeitung "Libération" (Freitagausgabe).

Es sei nun vordringlich, vor allem in Abidjan Recht und Ordnung wieder herzustellen, sagte der Franzose, der Chef aller UN-Soldaten weltweit ist. "Die Stadt leidet weiter unter Plünderungen", erklärte Le Roy, der von einer außergewöhnlichen Stressprobe für die Blauhelme sprach.

"Unsere friedenserhaltende Mission wurde bis zum Äußersten an ihre Grenzen geführt; wir haben vier Monate beschämender Verleugnungen erduldet, Blockaden aller Art und in den vergangenen Tagen auch Beschuss aus schweren Waffen aus dem Lager von Ex-Präsident Gbagbo."

Bei der Festnahme des abgewählten Präsidenten hätten die Vereinten Nationen aber ebenso wie die im Krisenstaat stationierten französischen Militärs nur eine Nebenrolle gespielt. Gbagbo habe sich den Truppen des gewählten Präsidenten Alassane Ouattara ergeben. Zuvor hatten Helikopter im UN-Auftrag Gbagbos schwere Waffen ausgeschaltet.

Anführer der "Jungen Patrioten" festgenommen

Neben zwei leichten französischen Gazelle-Hubschraubern waren nach Angaben der Zeitung auch schwere Kampfhelikopter vom Typ Mi-24 beteiligt gewesen, die im UN-Auftrag von ukrainischen Piloten geflogen wurden.

Der Anführer der "jungen Patrioten" in der Elfenbeinküste, Charles Ble Goude, ist festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden. Das teilte ein Sprecher von Präsident Alassane Ouattara am Freitag in Abidjan mit, wie der britische Rundfunksender BBC berichtete.

Goude hatte in den Monaten des blutigen Machtkonflikts in dem westafrikanischen Land tausende junge Männer für Miliz und Armee des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo rekrutiert. Ihm werden auch Hassparolen gegen die Anhänger von Wahlsieger Ouattara und die UN-Friedenstruppen in der Elfenbeinküste vorgeworfen. (APA)

  • UN-Patrouille in Abidjan.
    foto: epa/legnan koula

    UN-Patrouille in Abidjan.

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