Sino AG sucht in Österreich hochaktive Online-Trader

15. April 2011, 10:37
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Anleger können mit der deutschen Sino AG auf einen neuen Anbieter setzen. Vor allem die Leerverkäufe per Mausklick könnten Trader locken

Wien - Die Broker-Szene in Österreich hat mit der Sino AG Zuwachs bekommen. Der auf High-End-Brokerage spezialisierte Anbieter ist seit 13. April mit einer eigenen Niederlassung in Wien vertreten. Die große Masse will Sino mit seinem Angebot für den Wertpapierhandel im Internet aber nicht ansprechen. "Wir sind auf hoch aktive Anleger spezialisiert, die mindestens 50 Trades pro Monat durchführen", sagt Dirk Piethe, Director New Business der Sino AG. Im Schnitt würden Kunden 180 Orders pro Monat aufgeben.

Dass die Anwender bei Sino fleißig handeln, spiegelt sich in der Jahresstatistik wider. Im letzten Jahr (von 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010) wurden 1,4 Millionen Orders abgewickelt. Im Schnitt nehmen Sino-Kunden pro Order 10.000 Euro in die Hand.

Für den Handel über die Sino-Plattform müssen Kunden eine Grundgebühr (69 Euro pro Monat) zahlen, die aber von der Anzahl der Trades abhängig ist. Ab rund 50 Aktivitäten im Monat könne diese Gebühr auch entfallen, heißt es. Jede Order wird extra bezahlt. Für den Xetra-Handel etwa fallen fünf Euro plus 0,10 Prozent des eingesetzten Volumens an. Neu für den österreichischen Markt ist das Angebot, Aktien per Mausklick leerzuverkaufen (short-selling) oder Cross-Border-Geschäfte über die USA abzuwickeln. Die Möglichkeit der Leerverkäufe bezieht sich freilich nur auf Papiere, die nicht unter das Leerverkaufsverbot der Aufsicht fallen.

Steuervorteil

Da das Depot eines österreichischen Sino-Kunden in Deutschland liegt, fallen unterjährig keine Steuern auf Handelsgewinne an. Darin besteht natürlich ein Vorteil, wenn in Österreich ab September die Wertpapier-KESt fällig wird. Am Jahresende bekommen Kunden von Sino eine genaue Übersicht über ihre Gewinne/Verluste, damit diese im Steuerbescheid angegeben werden können.
Bis auf Sparpläne und Differenzkontrakte (CFDs, Contract for Difference) können Sino-Kunden alle Arten von Wertpapieren über die Computerplattform handeln.

Derzeit werden 610 Kunden in Deutschland von 24 Mitarbeitern betreut. In Österreich handeln bereits 20 Kunden über den Online-Broker. Bis zum Jahresende will man 100 heimische Trader unter Vertrag haben. "Wir wollen lieber wenige Kunden, die viele Trades durchführen, als viele Kunden, die wenig handeln", sagt Piethe.

Gegründet wurde die Sino AG im Jahr 1998. 26 Prozent hält die HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. Eine weitere Expansion wird überlegt. Vor allem in Westeuropa aber auch in Ungarn gebe es bereits erste Kunden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Printausgabe, 15.4.2011)

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