Teures Öl pusht Inflation auf 3,1 Prozent

15. April 2011, 10:01
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Einen derart starken Preisanstieg gab es zuletzt im Oktober 2008

Wien - Die wegen der Spritpreise ohnedies schon recht hohe Teuerungsrate hat im März in Österreich noch ein weiteres Mal zugelegt. Im Jahresabstand stieg die Inflation auf 3,1 Prozent, nach 3,0 Prozent im Februar und 2,4 Prozent im Jänner. Einen derart starken Preisanstieg gab es zuletzt im Oktober 2008, erklärte am Freitag die Statistik Austria.

Fast ein Drittel der Inflationsrate - 0,95 Prozentpunkte - ist durch die starke Verteuerung bei Mineralölprodukten um 22 Prozent binnen Jahresabstand zu erklären. Ohne Ölprodukte und Nahrungsmittel hätte der VPI-Anstieg im März nur 1,8 Prozent ausgemacht.

Der für die Eurozone berechnete Harmonisierte Preisindex (HVPI) für Österreich lag im März 3,3 Prozent höher als ein Jahr davor, nach +3,1 Prozent im Februar. Im Monatsabstand erhöhten sich sowohl der allgemeine VPI als auch der HVPI um 1,2 Prozent. 

Basiseffekt

Etwas abgemildert wurde im März der Einfluss der nochmals verteuerten Ölprodukte durch den sogenannten Basiseffekt im 12-Monatsabstand, nachdem sich bereits vor einem Jahr von Februar auf März die Spritpreise stark erhöht hatten. Ohne diesen Basiseffekt hätte die Teuerungsrate jetzt im März insgesamt sogar 3,5 Prozent betragen statt tatsächlich 3,1 Prozent, erklärte die Statistik Austria am Freitag.

Das Preisniveau des so genannten "Mikrowarenkorbes", der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im März binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent. Das Preisniveau des "Miniwarenkorbes", der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um 7,3 Prozent.

Die Ausgaben für Tanken, Wohnen und Lebensmittel waren im März für mehr als die Hälfte der Inflation verantwortlich. Größter Preistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +5,7 Prozent); primär verantwortlich dafür waren die Spritpreise (+21 Prozent). Wartung und Reparaturen von Pkw kamen um 4 Prozent teurer, Flugtickets dagegen wurden um 11 Prozent billiger und neue Pkw um 1 Prozent.

Wohnen, Wasser, Energie

Im Bereich "Wohnung, Wasser und Energie" stiegen die Preise im Jahresabstand im Schnitt um 3,1 Prozent, in erster Linie durch Verteuerungen bei Haushaltsenergie (insgesamt +5,2 Prozent, u.a. Heizöl +29 Prozent, Gas +3 Prozent, Strom aber unverändert). Instandhaltung von Wohnungen kam um 3,0 Prozent teurer, die Wohnungsmieten stiegen im Schnitt um 2,6 Prozent.

Bei "Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (+4,4 Prozent) verteuerten sich Nahrungsmittel um 4,1 Prozent. Dabei kostete Obst um 25 Prozent mehr, Molkereiprodukte und Eier um 5 Prozent mehr. Brot und Getreideerzeugnisse kamen um 3 Prozent teurer, Gemüse wurde um 2 Prozent billiger. Dass "Alkoholfreie Getränke" im Schnitt 7,9 Prozent kostspieliger waren als vor einem Jahr, war in erster Linie auf die um 20 Prozent gestiegenen Kaffeepreise zurückzuführen.

Im Monatsabstand gab es diesmal einen massiven Teuerungs-Sprung von 1,2 Prozent. Hauptpreistreiber war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", die sich wegen des Wechsels von Winterkollektion auf Frühjahrs-/Sommerkollektion im Schnitt um 10,5 Prozent verteuerte. Bekleidungsartikel kosteten im März um 13 Prozent mehr als im Februar, Schuhe um 6 Prozent mehr.

Die Preisanstiege von 1,4 Prozent im Monatsabstand bei "Verkehr" wurden fast ausschließlich von den um 5 Prozent teureren Treibstoffen verursacht. Bei "Freizeit und Kultur" waren Preisanstiege bei Pauschalreisen (+6,0 Prozent) für die durchschnittliche Verteuerung dieser Ausgabengruppe um 1,3 Prozent verantwortlich.

Dass der HVPI im Jahresabstand mit 3,3 Prozent um 0,2 Prozentpunkte stärker anstieg als der allgemeine Verbraucherpreisindex liegt laut Statistik Austria an Teuerungen bei der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" sowie bei Treibstoffen, die jeweils im HVPI höher gewichtet sind als im VPI. Dämpfend auf den HVPI wirkten hingegen die Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Versicherungsleistungen, da beide im HVPI eine geringere Gewichtung aufweisen.

Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PiP), der in der Regel ebenfalls kräftiger zulegt als der allgemeine VPI, wird - auf neuer Basis (2010=100) - wieder ab Mai veröffentlicht. (APA)

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