Schmied legt Gesetzesentwurf für ganztägige Schulangebote vor

15. April 2011, 10:16
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Kleinere Gruppen ab 12 SchülerInnen - Freizeitpädagogen sollen Betreuung übernehmen - 80 Millionen Euro jährlich vom Bund

"Jedes Kind, das einen Tagesbetreuungsplatz benötigt, soll ein hochwertiges Angebot an einer öffentlichen Schule bekommen." Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat am Freitag ein Gesetzespaket eingebracht, das die Umsetzung der ganztägigen Schulangebote ermöglichen soll. Der Begutachtungszeitraum umfasst vier Wochen. Danach soll die Ministerratsvorlage fertig gestellt werden. Schmied kündigt in einer Aussendung an, die Ganztagsangebote von derzeit 105.000 Plätzen auf 160.000 Plätze auszuweiten. Inklusive der Hortplätze sollen rund 210.000 ganztägige Plätze angeboten werden.

Bis 2014 sollen jährlich 80 Millionen Euro zusätzliche Mittel des Bundes zur Verfügung stehen, die die Bundesregierung bei der Regierungsklausur in Loipersdorf und beim Schulgipfel im November 2010 dafür vorgesehen hat.

Die Eckpunkte der neuen Ganztagsbetreuung:

  • Kleinere Gruppen: Ein verpflichtendes Angebot für Ganztagsbetreuung bis 16.00 Uhr soll es künftig schon ab 12 angemeldeten SchülerInnen statt wie bisher ab 15 Anmeldungen geben.
  • Flexiblere Gestaltung: Die Anzahl der Tage, für die SchülerInnen pro Woche angemeldet werden müssen, wird künftig flexibler gehandhabt. Neben klassen-, schulstufen- und schulübergreifenden Angeboten ist künftig eine schulartenübergreifende Tagesbetreuung bei gleichartigen Schulerhaltern möglich.
  • FreizeitpädagogInnen: Es wird im Hochschulgesetz ein zweisemestriger berufsbegleitender Hochschullehrgang für Freizeitpädagogik verankert. Die FreizeitpädagogInnen sollen ausschließlich zur Gestaltung der Freizeit in den ganztägigen Schulformen im Einsatz sein.

Schmied will, dass die legistischen Maßnahmen bis zum Beginn des Schuljahres 2011/12 in Kraft treten. Ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt sollen Vereinbarungen mit den Ländern (§15a-Verträge) fixiert werden, nach denen der Bund die Anschubfinanzierung für den Ausbau der Ganztagsbetreuung leistet.

Amon: "Guter Beginn"

Schmieds VP-Verhandlungspartner Werner Amon stellte sich in einer Aussendung "voll hinter" den Plan. Er bezeichnete das Gesetzespaket als "guten Beginn, damit ein flächendeckendes" Betreuungsangebot an Schulen entsteht. Nun müsse der Entwurf von "Schulerhaltern, Schulpartnern und vor allem den Ländern und Gemeinden weiterentwickelt werden". "Vor allem brauchen wir entsprechende Anstellungs-, Entlohnungs- und Personalmodelle, die nur gemeinsam mit Schulerhaltern und der Personalvertretung erarbeitet werden können", so Amon.  (red, derStandard.at, 15.4.2011)

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    Schmied will Ganztagsangebote in Schulen von derzeit 105.000 Plätzen auf 160.000 Plätze ausweiten.

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