EU will Aquakulturen stärker fördern

14. April 2011, 19:35
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"Es gibt einen großen Entwicklungs-Spielraum für diesen Sektor", glaubt EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki

Brüssel - Angesichts der Überfischung vieler Bestände will Brüssel die bei Umweltschützern umstrittenen Aquakulturen verstärkt fördern. "Es gibt einen großen Entwicklungs-Spielraum für diesen Sektor", sagte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki am Donnerstag nach einem Treffen der zuständigen Fachminister in Luxemburg. Der Vorstoß soll Eingang finden in die derzeit laufende großangelegte Reform der EU-Fischereipolitik.

Bei Aquakulturen werden Fische beispielsweise in Teichen oder in Küstennähe innerhalb künstlicher Begrenzungen gehalten, gefüttert und gefangen. Während der Sektor in der EU stagniert, kommen viele Fische von außerhalb aus Aquakulturen, etwa Lachs aus norwegischen Farmen oder Pangasius aus Vietnam. Aquakulturen seien "in gewisser Weise" eine "Erhaltungsmaßnahme für unsere Bestände", sagte Damanaki, die unter anderem mit Fördergeldern eine "adäquate Finanzierung" des Sektors sicherstellen will.

Viele Umweltschützer sehen Aquakulturen allerdings skeptisch. "Es ist nicht unbesehen die Lösung für das Überfischungsproblem", sagte die Sprecherin des Hamburger WWF-Zentrums für Meeresschutz, Britta König, der Nachrichtenagentur AFP. Schließlich würden Zuchtfische häufig um des schnellen Wachstums willen mit mehr Wildfisch gefüttert, als sie freilebend fressen würden. Zudem würden häufig Chemikalien eingesetzt, die die Gewässer verschmutzten. Unter ökologischen Auflagen hätten Aquakulturen jedoch "ein Potenzial", sagte König. (APA)

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