Verdacht auf defekte Schmerzpumpe: Mann stirbt im Spital

14. April 2011, 18:53
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Nach Rauferei im Krankenhaus – Staatsanwaltschaft vermutet intravenöse Überdosierung mit Schmerzmittel

Salzburg - Ein mysteriöser Todesfall beschäftigt die Salzburger Staatsanwaltschaft: Im August vergangenen Jahres ist auf der Unfallchirurgie des Landeskrankenhauses ein 19-Jähriger nach einer Operation eines gebrochenen Armes verstorben. Er ist an seinem eigenen Erbrochenen erstickt.

Die Verletzung zog sich der Mann bei einer Rauferei zu. Sein Kontrahent ist inzwischen wegen Körperverletzung zu sieben Monaten bedingt verurteilt worden. Mit dem Tod des Patienten im Spital hat die Rauferei ursächlich nichts zu tun.

Die Staatsanwaltschaft vermutet nun, dass eine defekte intravenöse Schmerzpumpe zu einer Überdosierung und damit zu einer Atemlähmung geführt haben könnte. Derzeit werden von der Staatsanwaltschaft angeordnete toxikologische und anästhesiologische Gutachten erstellt und gegen Unbekannt ermittelt.

Sperrmechanismus versagte

Die Schmerzpumpe sei beschlagnahmt worden, berichtet die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger. Fraglich ist vor allem, wie es zu der vermuteten Überdosierung kommen konnte. Selbst, wenn der Patient die Pumpe allein und falsch bedient hätte, müsste ein automatischer Sperrmechanismus einsetzen. Erst nach Vorliegen der Gutachten werde über eine Anklage entschieden, sagt Feichtinger.

Die Landeskrankenanstalten weisen den Verdacht von sich: Nach den elektronischen Aufzeichnungen der Schmerzpumpe könne man nicht davon ausgehen, dass ein Zusammenhang zwischen der Schmerzpumpe und einer Überdosis bestehe. (neu, DER STANDARD, Printausgabe, 15.4.2011)

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