Unaufregend

14. April 2011, 18:38
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Österreich wird ab jetzt von einer unaufgeregten, aber auch unaufregenden Dreifaltigkeit regiert

Wir leben in ernsten Zeiten. Danach richtet sich nun auch unsere Staats- und Regierungsspitze. Sie setzt sich nun endgültig aus Männern von tiefem sittlichen Ernst zusammen. Von Herren, denen so leicht kein Lacher auskommt, für die es den Begriff Frivolität nicht zu geben scheint.

Das Staatsoberhaupt: Bundespräsident Heinz Fischer strahlt bis zur Unwirklichkeit verdichtete Staatsräson aus. Früher pflegte er manchmal Journalisten, die nicht aufpassten, scherzhaft, aber spürbar in den Bauch zu boxen. Diese Zeiten lustiger Unbeschwertheit sind vorbei. UHBP (Unser Herr Bundespräsident) wirkt jetzt immer ein wenig, als müsse er jeden Moment an einem Staatsbegräbnis teilnehmen. Das Wort "Sorge" hat er praktisch auf die Manschette geschrieben.

Der Bundeskanzler: Werner Faymann kann schon lachen (die wunderbaren Synchron-Satiriker von "Maschek" können es sogar sehr gut nachmachen). Aber so ein richtig brillantes Feuerwerk sind seine Reden und öffentlichen Auftritte nicht. Er bemüht sich, das muss jeder anerkennen. Aber das merkt auch jeder.

Der neue Vizekanzler: Michael Spindelegger ist Außenminister. Das verpflichtet zu Diplomatie. Aber auch von seinem Naturell her neigt er nicht zu übermäßig unkonventionellen Aussagen.

Österreich wird ab jetzt von einer unaufgeregten, aber auch unaufregenden Dreifaltigkeit regiert. (Hans Rauscher, 15.4.2011)

 

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