Suche nach Rumänien-Ausweg

14. April 2011, 18:19
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Bukarester Nationalbank bremst beim VBI-Verkauf aus "historischen" Gründen

Wien - Der Verkauf der Volksbank International (VBI), gestaltet sich derzeit ein wenig schwierig. Das Problem spielt in Rumänien, wo die Nationalbank mit dem aussichtsreichsten Kaufkandidaten, der russischen Sberbank, ein Problem hat. Die Sberbank ist Russlands größtes Institut und gehört mehrheitlich der russischen Nationalbank. Wie aus Bukarest zu hören ist, ist die Notenbank aus "historischen" Gründen gegen deren Einstieg. Diese Signale schlugen sich bereits nieder: Nicht namentlich genannte Sberbank-Manager hätten die Verhandlungen mit der in Wien domizilierten VBI bestätigt; sie wollten die Bank aber ohne Volksbank Rumänien kaufen, so russische Medien.

Ohne Verkauf der VB Rumänien macht der Deal aber weder für den Verkäufer (51 Prozent hält die Österreichische Volksbanken AG ÖVAG , den Rest die deutsche DZ-Gruppe und französische Banques Populaires), noch für den Käufer viel Sinn. Die VB Rumänien ist mit einer Bilanzsumme von 4,8 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 6,6 Prozent das Herzstück der VBI; die übrigen acht Töchter haben nur geringe Marktanteile. Die Russen würden sich mit der VBI ein Netz von mehr als 550 Filialen kaufen, 240 davon in Rumänien.

Sorgenkind der Eigentümer

Gleichzeitig ist die VB Rumänien das Sorgenkind ihrer Eigentümer. Rasantes Wachstum führte zu einem Verlust von 36 Mio. Euro - trotz Risikotransfer in die VBI. Dass die ÖVAG die VB Rumänien behält, würde den Deal dahinter ad absurdum führen. Denn die ÖVAG braucht den Verkaufserlös für die Rückführung des Partizipationskapitals und muss die hohen rumänischen Risken, die das Eigenkapital belasten, loswerden. Die Zeit drängt: Ende Juni muss alles unter Dach und Fach sein.

Allerdings dürfte die Bremswirkung der Bukarester Nationalbank beschränkt sein. Der Kauf der VBI muss zuerst von der hiesigen Aufsichtsbehörde FMA abgesegnet werden, und die hätte nichts gegen die Sberbank; schon allein wegen ihres Mehrheitseigentümers. Erst danach sind die lokalen Aufsichtsbehörden am Zug, und die dürfen gemäß EU-Recht niemanden diskriminieren.

Rumänien sei daher zwar "ein Stolperstein beim VBI-Verkauf, aber kein unüberwindbarer Riesenfelsen", beschreibt es ein mit der Causa Vertrauter. Die Verhandlungen laufen jedenfalls weiter, eventuell kommt die VB Rumänien später dazu. (gra, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 15.4.2011)

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