Hauptgesellschafter verkaufen Industriemagazin - Neues Gratisblatt "Schmarrn"

14. April 2011, 20:00
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Verleger Steixner verneint Zeitungsprojekt für Westösterreich

Die beiden Hauptgesellschafter, Otto Steixner und Alois Weiß, verkaufen ihre Anteile am Industriemagazin Verlag, der etwa die gleichnamige Monatszeitschrift herausgibt. Das bestätigt Steixner auf STANDARD-Anfrage. Ein ihm nachgesagtes Gratiszeitungsprojekt für Tirol verneint er indes.

Eine neue, kostenlose Tageszeitung für Tirol, Vorarlberg und Salzburg: Ein doch ziemlich gewagtes Medienprojekt beschäftigt die überschaubare Polit- und Medienszene im Westen Österreichs. Nur jener Mann, der dieses Vorhaben vor haben soll, verneint das auf Anfrage des STANDARD vehement: "Ein Schmarrn, sicher nicht, ich weiß nicht, woher das kommt", sagt  Otto Steixner dazu.

Es wäre nicht die erste gewagte Gründung des bald 56-jährigen Tirolers: Steixner hat im Land der Moser Holding und ihrer "Tiroler Tageszeitung" die kostenlosen Bezirksblätter gegründet, in weitere Bundesländer expandiert und der Moser Holding verkauft. Er gründete mit der Post die kostenlose "Wiener Bezirkszeitung" und verkaufte sie Moser Holding und Styria. Er stieg beim Südtiroler Magazin "FF" ein und bald wieder aus. "Aber er ist kein Verrückter", sagt ein Medienmann, der Steixner gut kennt, zu einer Gratistageszeitung. Steixner soll aber nach Infos des STANDARD versucht haben, Mitarbeiter dafür anzuwerben.

In Tirol kursiert der Verlag von "Österreich" als potenzieller Partner des Gratistageszeitungsprojets. Bei "Österreich" verneint man solche Überlegungen.

"Sicher nicht", sagt Steixner zur Gratiszeitung. Er bestätigt dem STANDARD aber seinen neuesten Verkauf: Der Industriemagazin Verlag, an dem er und Kompagnon Alois Weiß je 37,5 Prozent hielten, geht komplett an Chefredakteur Florian Zangerl.

Zangerl hielt bisher 25 Prozent, die er in die erst im Februar gegründete IM Verlag Holdig eingebracht haben. Mit den zwei Hauptgesellschaftern aus Tirol dürfte sich der Verlag auch von seinem Standort in Innsbruck verabschieden. Das wurde den Mitarbeitern nach STANDARD-Infos mitgeteilt.

Und was hat Steixner als nächstes vor im Mediengeschäft? "Ich plane nichts", versichert er. Den Verlag um das Monatsmagazin "Echo" (Tirol/Salzburg) behalte er. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 15.4.2011)

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