Arbeitsmarktöffnung rettet die Galoppsaison

14. April 2011, 17:34
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Frühlingserwachen im Racino Ebreichsdorf - elf Rennen und eine urschwere Million

Wien - Der Galopprennsport in Österreich lebt weiter. Nicht zuletzt dank der Gastpferde. Gilt die Öffnung des Arbeitsmarktes für Menschen aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten manchen als heikel, so ist sie bei Pferden längst eine existenzielle Notwendigkeit. Mit den zur Zeit in Österreich im Training befindlichen rund 145 Vollblütern alleine wäre ein halbwegs attraktiver Rennbetrieb kaum aufrecht zu erhalten.

Also versucht Isabella Copar, die Geschäftsführerin des Austrian Racehorse Owners Club (AROC), in den Nachbarländern Interesse zu wecken, was in Anbetracht der attraktiven Rennpreise im Racino Ebreichsdorf (Frank Stronach unterstützt aus der Privatschatulle) auch gelingt.

Von den am Sonntag zum ersten Saisonrenntag startenden 45 Vollblütern kommen 20 aus Ungarn, der Slowakei und Deutschland. Die achte Saison im Racino beginnt mit einem reichhaltigen Programm: elf Rennen, davon fünf für Galopper, sechs für Traber.

Die österreichischen Pferde

Der für den sportlichen Teil verantwortliche AROC - die Anlage selbst gehört Stronach, dessen Firma auch den Wettbetrieb organisiert - bemüht sich, den Spagat zwischen ausreichender Beschickung der Rennen und Schutz der heimischen Besitzer zu schaffen. Etwa durch Einführung einer Besitzer-Prämie, die in jedem Galopp-Rennen für die zwei bestplatzierten Pferde in österreichischem Besitz bezahlt wird. "Damit wollen wir auch neue Interessenten ansprechen", hofft Copar, die immer wieder Einkaufsaktionen auf preisgünstigen Märkten wie Irland startet. "Dort sind um 6000 Euro gute Pferde auf dem Markt."

Das Wettpublikum soll durch die "Racino Million" angesprochen werden, eine neue Aktion von Stronachs Wettfirma, die Sonntag startet. Um den versprochenen Pool von einer Million Euro zu knacken, muss man allerdings in vier Rennen die ersten vier Pferde in der richtigen Reihenfolge erraten. Weil das ur-schwer ist, gibt es ein Trostpflaster. Wenn's keiner schafft, werden 60 Prozent der Einsätze an jenen Spieler ausbezahlt, der dem Ergebnis am nächsten kommt. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 15. April 2011, dol)

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