Humala verspricht, auf Verstaatlichungen zu verzichten

15. April 2011, 07:08
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    foto: reuters/mariana bazo

    Ollanta Humala kann sich vorstellen, auf Besonders umstrittene Punkte seines Wahlprogramms zu verzichten

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    foto: ap/dapd/keiko fujimori campaign office

    Keiko Fujimori im Wahlkampf

Vor der zweiten Wahlrunde überlegen Kandidaten, ob sie einen der Finalisten unterstützen sollen

Ollanta Humala, der Sieger der ersten Wahlrunde der peruanischen Präsidentenwahlen, wird sich um eine stabile Wirtschaftslage bemühen, falls er Präsident wird. Felix Jimenez, Humalas Wirtschaftsberater und Professor an der katholischen Universität von Lima, betont, dass im Gegensatz zu Venezuela und Bolivien keine Verstaatlichungen von Banken oder Rohstoffkonzernen geplant seien.

Allerdings werde man einige Verträge mit ausländischen Bergbau- und Erdgasfirmen neu verhandeln, um die Staatseinnahmen zu erhöhen. Viele ausländische Firmen haben schriftliche Zusicherungen, die sie vor Steuererhöhungen schützen. Der Großteil dieser Verträge wurde allerdings in den 90er Jahren unterzeichnet und läuft nächstes Jahr aus.

Derzeit nimmt Peru nur Steuern in Höhe von 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ein (zum Vergleich: Österreich lag 2010 bei 43,9 Prozent). Jimenez will diese Quote auf 20 Prozent erhöhen und so die Finanzierung dringend benötigter Ausbildungs- und Gesundheitsprogramme sicherstellen. Dabei soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden und die Einkommenssteuer nicht steigen. Die geplanten Mehreinnahmen sollen durch höhere Steuern für Bergbau- und Erdgasfirmen zustandekommen. Dafür wäre allerdings eine Mehrheit im peruanischen Kongress erforderlich, über die Humalas Peruanische Nationalistische Partei nicht verfügt.

Wer unterstützt wen?

Vor der für 5. Juni geplanten Stichwahl zwischen Humala und Keiko Fujimori, der Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, überlegen die in der ersten Runde ausgeschiedenen Kandidaten, ob sie einen der beiden Finalisten unterstützen werden.

Alejandro Toledos Partei „Perú posible" hat bereits angedeutet, dass man den Wählern empfehlen könnte, Humala ihre Stimme zu geben, falls er einige besonders umstrittene Punkte aus seinem Wahlprogramm entfernt. Vor allem die Ankündigung, eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen, stört die Liberalen. Toledo erreichte bei der Wahl am Sonntag nur 15 Prozent der Stimmen und ist damit aus dem Rennen.

Von Keiko Fujimori verlangen mögliche Unterstützer, dass sie sich von ihrem Vater distanziert. Die Rechtskandidatin hatte früher die Befreiung ihres Vaters als Ziel genannt, weil "das Volk das Urteil für ungerecht hält." Mittlerweile bemüht sie sich zu betonen, dass "die Familie Fujimori sich an die Entscheidungen der Justiz hält". (bed)

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Posting 1 bis 25 von 31
1 2
salman
 
31
15.4.2011, 23:40

aha Stabilität lässt sich nur durch Privatisierung herstellen. Gut dass der Schreiberling nichts von der Wirtschaftskrise mitbekommen hat.

Ich_schpriche_Neuteutsch
32
19.4.2011, 11:48

Kommunismus war natürlich viel besser - und Krisen gab es da schon gar nicht, gell?

dryeti
00
schwarz weiss Denken bring einen hier nicht weiter

Gerhard Schwarz6
 
03

"War?" Wann war Peru kommunistisch? Hab ich was verpasst?

chibalbo
00
22.4.2011, 10:10

was machst du???? du darfst doch nicht einfach so weltbilder zerstören...tztztz

The Red In The Sky Is Ours
33
15.4.2011, 17:32
Keiko Fujimori ?

unglaublich, dass die es in die Stichwahl geschafft hat, unglaublich

hechoandar
10
15.4.2011, 17:05
kenji fujimori fordert regierung von vater zurück

der sohn von ex-präsident fujimori hat die meisten stimmen in lima bekommen und glaubt damit recht zu haben die machenschaften von seinem vater recht zu fertigen. es wäre nicht das erste mal in peru das verbrecher auf freie fuß spazieren. humala kann nicht wie chavez werden er verfügt nicht über die merheit. humala wäre dann das mildere übel.

Karl41
01
20.4.2011, 19:01
der Sohn von Fujimori

Ich weiss nicht was die Keiko dazu sagen würde als Sohn bezeichnet zu werden?? Das Verständnis eines einer Binnen I ler. Logo, Ö schneidet bei PISA schlecht ab.

Jiri Poldlava
00
Keiko - Kenji

Lieber Karl,

Man sollte zwischen Kenji (Sohn) und Keiko (Tochter) unerscheiden lernen.

Aber eh wurscht, Peru bleibt vom Fujimori Clan weitere 4 Jahre verschont.

Vincent D. Wolff
02
15.4.2011, 16:35
Aus Perú

Liebe Freunde,

ich lebe in Perú und beschäftige mich intensiv mit der Politik hier.
Keiko kann momentan durch die Unterstützung des Rechtslagers um Pedro Pablo Kuczynski tatsächlich auf den Einzug in den Präsidentenpalast hoffen -zu tief sitzt in der Bevölkerung die Angst vor "linken" Regierungen wie Chávez oder Morales.
Und was will Keiko laut Wahlprogramm? Z.B. "Aussetzung der Menschenrechte zur Erhaltung der städtischen Sicherheit" - Halleluja.

Bitte, Freunde, bei aller Liebe, aber bei so einer Wahl gibt es doch keine Alternativen!?

Max Braunleuchter
02
15.4.2011, 15:10
Steuerquote

Peru -> 15 Prozent
Österreich -> 43,9 Prozent

Ich empfehle allen, die über die hohe Steuerquote in Österreich jammern, einfach nach Peru auszuwandern!

lagrangian
10
16.4.2011, 08:57

Ja, da muss sich Österreich ein Beispiel nehmen...

Horst Holzinger
21
15.4.2011, 07:28
Ich würde mir von Humala nicht zu viel versprechen.

Er erinnert mich zu sehr an Lucio Gutierrez (Ecuador), der die vorherige neoliberale Regierung stürzte, aber mangels intellektueller Fähigkeiten auf die Berater der vorherigen (neoliberalen) Regierung zurückgriff und diese alle übernahm!
Die Konsequenz war die Weiterführung der Politik der Vorgänger, weshalb er ebenfalls gestürzt wurde.

Ich glaube hier irrt auch ein Chavez, wenn er sich von Humala zu viel verspricht. Er hatte sich auch bei Lucio Gutierrez geirrt.

Das ist aber nur eine Prognose und ich kann mich auch irren.

Verglichen mit den Alternativen würde ich trotzdem einen Humala bevorzugen.

Wahrscheinlich werden nach der globalen Weltfinanzkrise, die sicher kommen wird, in der Mehrheit der Länder die Karten ohnehin neu gemischt w

DuesselDoofer
00
8.12.2011, 12:43
"Das ist aber nur eine Prognose und ich kann mich auch irren...."

du irrst dich eigentlich ständig.

lg

Horst Holzinger
00
8.12.2011, 14:38
8 Monate Denkphase

für diesen Erguss?

Miriam Lang
11
28.4.2011, 15:17
Mesias

Ich würde mir generell nichts von den linken Mesiaspredigern versprechen... es gibt viel zu viele von denen in Lateinamerika, und sie sind bisher alle gescheitert und haben die Lage nur verschlechtert.

*space
00
15.4.2011, 13:11

Die globale Weltfinanzkrise ist doch längst da, nur mit den Auswirkungen werden die Gesellschaften erstmal nicht konfrontiert, oder?

Oder von welchem Geld sollen die Griechen ihre Schulden zurückzahlen?

Portugal? Irland? Deutschland? USA? Spanien vllt? usw. usf.

Nur China nicht, noch nicht.

Kuba hat 20 Mrd. Schulden. Von was sollen die ihre Schulden zurückzahlen. Orangen? Nickel? Tourismus? Honig? Tabak? Biotechnologie? Vllt. Erdöl? Für Kuba ist das verdammt viel Geld, oder?

Girgl Galgenstein
11
17.4.2011, 23:09
Natürlich könnte Kuba seine Schulden zurückzahlen

es müsste nur einmal seine Produktivität erhöhen. In einer Planwirtschaft ist allerdings schon der Versuch zum Scheitern verurteilt.

Zinnmo
 
78
15.4.2011, 09:00

Es wäre ganz gut, wenn Humala Chavez nicht in Allem folgt. Immerhin ist Chavez gerade erfolgreich dabei, sein Land zu ruinieren.

Sich von ausländischen Firmen gerechtfertigte Steuern zu holen ist eine Sache. Die Firmen zu "verstaatlichen" und an die eigene Familie zu verschachern - und genau das passiert in Venezuela massiv - eine ganz andere. Der Chavezclan ist die einzige Gruppe die in dem Land wirklich profitiert.

*space
33
15.4.2011, 13:17

Die ven. Wirtschaft hat gewisse strukturelle Probleme, die nicht so einfach und schon gar nicht schnell gelöst werden können. Zu den Verstaatlichungen kann man stehen wie man will, das Entscheidende ist doch wie die Arbeit organisiert ist und wer die Entscheidungen trifft. Da ist Selbstverwaltung nicht ausgeschlossen, und ich finde, das ist der richtige Weg.

Mal abgesehen davon, dass das kap. Wachstumsdogma irgendwann zum Totalausfall führen wird, sollte die Neue Linke darauf achten, dass ihr WIRTSCHAFTSMODELL NACHHALTIG GESTALTET UND ORGANISIERT WIRD. Davon ist V. noch Lichtjahre entfernt und das bedeutet auch die Waren besser zu verteilen und sich in der Ansprüchen mäßigen, aber Sie haben das noch nicht verstanden!

Miriam Lang
02
28.4.2011, 15:35

"Die ven. Wirtschaft hat gewisse strukturelle Probleme..."

Gewisse strukturelle Probleme? Sie haben gut reden!
Ihre Untertreibung ist lunatisch. Ein Grossteil der nationalen Industrie und fast die gesamte Agrarwirtschaft ist vollkommen zum Stillstand gekommen, und Venezuela erhält sich nur am Leben, weil die Ölreserven, die zu 95% der Exporte des Landes ausmachen und die hohen Ölpreise, das kranke System am Leben erhält und die existentiellen Lebensmittel aus dem Ausland teuer erkauft werden.

Ich glaube, sie können sich aus dem bequemen Österreich gar kein Bild davon machen...

Fritz Wunderlich
43
15.4.2011, 11:24

schreiben sie nicht so schonungslos die wahrheit über die letzten "revolutionäre" ins internet, nachdem denen schon gaddafi und gbago genommen wurden

emma goldman
10
15.4.2011, 10:51

quellen? Und wie gibt das, dass fujimori auch in der breiten bev. Beliebt ist.

Zinnmo
 
01
15.4.2011, 12:58

Fuchimori (der Vater) hat sich während seiner Zeit als Präsident schamlos bereichert. Das ist zweifelsfrei bewiesen.

Allerdings ging es während der Zeit auch einem guten Teil der Bevölkerung besser. Das kam zu einem Teil davon, dass die internationalen Rohstoffpreise relaiv hoch waren, zum anderen davon, dass er eine Politik machte, die Auslandsinvestitionen erleichterte. Dass er es manchen Firmen etwas zu leicht und billig machte - wenn er davon profitierte - ist eine andere Sache.

DuesselDoofer
00
8.12.2011, 12:46
stimmt....

er war eben nicht nur ein guter Wirtschaftspolitiker, sondern auch ein tüchtiger Kaufmann.

lg

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