Harte Strafen für Wettbetrüger

14. April 2011, 14:39
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Urteile gegen Ante Sapina und Mario C. stehen noch aus

Bochum/Wien - Im ersten Prozess zum größten Manipulationsskandal der europäischen Fußballgeschichte hat das Landgericht Bochum am Donnerstag harte Urteile gefällt. Gegen den zwölffach vorbestraften Wettbüro-Betreiber Stevan R. wurde die höchste Haftstrafe von drei Jahren und elf Monaten verhängt. Nürretin G., ebenfalls Betreiber eines Wettbüros, erhielt drei Jahre, Tuna A. wurde zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Die Angeklagten hatten gestanden, Wetten auf mutmaßlich manipulierte Partien gesetzt und selbst Spieler bestochen zu haben. "Das Verhalten, das Sie an den Tag gelegt haben, ist nicht nur das von Zockern, sondern das von gewerbsmäßigen Kriminellen", sagte Richter Carsten Schadrat in seiner Urteilsbegründung. "Es ging ihnen einzig und allein darum, den großen Reibach zu machen." Ob aber tatsächlich Spiele manipuliert worden seien, habe nicht zweifelsfrei festgestellt werden können. Genauso wenig sei klar, ob Spieler, die Geld angenommen haben, auch manipuliert hätten.

In der Tat haben alle drei Angeklagten vor allem vom Wissen der Wettpaten Ante Sapina und Marijo C. profitiert. Die Urteile in diesem Parallelverfahren werden für Anfang Mai erwartet. Sapina, der als Drahtzieher im Manipulationsskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer im Jahr 2005 zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt wurde, drohen sechs Jahre. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 15. April 2011, krud, sid)

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