Justiz ermittelt wegen Auftrags an Hochegger

14. April 2011, 14:16
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Staatsanwaltschaft erhöht auch Fahndungsdruck in "Causa Telekom Austria"

Wien - Die Staatsanwaltschaft Korneuburg weitet ihre Ermittlungen zum Flughafen Wien aus. Ein Auftrag an den PR-Berater Peter Hochegger werde wegen des Verdachts auf Untreue strafrechtlich untersucht, schreibt das Wochenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe und beruft sich dabei auf den Leiter der Staatsanwaltschaft, Karl Schober. Die Anklagebehörde reagiert auf eine Strafanzeige der VP Niederösterreich.

Dabei gehe es um eine vom Flughafen-Vorstand im Jahr 2004 bei Hochegger in Auftrag gegebene "Schmutzkübelkampagne" unter dem Titel "Masterplan zur nachhaltigen Absicherung des Wirtschaftsstandorts Flughafen Wien". Zweck der bereits bekannten Kampagne sei es gewesen, den ÖVP-nahen Flughafen-Händler Rakesh Sardana zu diskreditieren und eine Verlängerung der Verträge für die Flughafenvorstände Herbert Kaufmann und Gerhard Schmid zu erreichen. Bezahlt wurde der Auftrag laut "Format" mit Flughafen-Geld. Hochegger soll dafür zwischen 2004 und 2010 in Summe rund 1,2 Mio. Euro kassiert haben.

Die Justiz erhöht auch in der Causa rund um Lobbyingverträge von Hochegger mit der teilstaatlichen Telekom Austria den Fahndungsdruck. Wie das Magazin "Format" vorab berichtet, sind die ehemaligen Telekom-Vorstände wegen des Verdachts der Untreue einvernommen worden. Hausdurchsuchungen hatten bereits, wie berichtet, stattgefunden.

Honorarzahlungen der Telekom

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Fischer und Schieszler im Zusammenhang mit Honorarzahlungen der Telekom Austria an die Valora Unternehmensberatung und -beteiligungs AG sowie wegen Vermittlungsprovisionen des chinesischen Telekomzulieferers Huawei an die zypriotische Astropolis Investment Consulting Limited. Sowohl Valora als auch Astropolis werden dem PR-Berater und Lobbyisten Peter Hochegger zugerechnet.

Laut Telekom-Sprecherin Elisabeth Mattes konnte die interne Revision des Unternehmens bisher in den Unterlagen keine klaren Gegenleistungen für die Rechnungen an Valora finden. Von den angeblichen Huawei-Provisionen habe man erst aus den Medien erfahren, so Mattes.

Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass auch gegen Ex-Telekom-Betriebsratschef Michael Kolek ermittelt wird. Zudem wurden die Telefone der Ex-Telekom-Vorstände Rudolf Fischer und Gernot Schieszler wochenlang überwacht. Gegen Kolek wird wegen des Verdachts der "Begünstigung" Nachschau gehalten. Kolek soll direkt und indirekt Fischer und Schieszler mit strafverfahrensrelevanten Informationen aus der Telekom Austria versorgt haben, berichtet "Format". Kolek wurde nach Auftauchen der Vorwürfe vorläufig vom Dienst suspendiert. Für Fischer, Kolek und Schieszler gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittelt wird wegen rund 25 Mio. Euro an Zahlungen, die Peter Hochegger über einen Zeitraum von zehn Jahren - von 1998/99 bis 2009 - von der Telekom Austria erhalten haben soll, wie zuletzt das Nachrichtenmagazin "Profil" schrieb. Es bestehe der Verdacht der Untreue. Allerdings war die Agentur Hochegger.Com auch die "Haus- und Hof"-PR-Stelle des Konzerns. Branchenbeobachter betonten, dass hier nicht die klassische PR-Arbeit wie Presseaussendungen und Pressekonferenzen mit den nun aufgetauchten Vorwürfen vermischt werden dürfe. (APA)

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