S&P bewertete Burgenland erneut mit AA+

14. April 2011, 13:57
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Geringere Wirtschaftskraft als "Wermutstropfen"

Eisenstadt - Das Burgenland steht, was die Kreditwürdigkeit betrifft, laut Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) auch nach der Wirtschaftskrise gut da. Die vom Land beauftragte Agentur vergab beim Langfristrating mit der Bewertung AA+ erneut die zweitbeste mögliche Stufe. Bei der kurzfristigen Einschätzung hat das Burgenland mit A-1+ wieder das beste mögliche Rating erhalten, so Alois Strasser von Standard & Poor's am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Das Rating wurde zum mittlerweile dritten Mal durchgeführt.

"Das Land ist stabil gehalten worden. Das ist keine Selbstverständlichkeit, gerade nach einer Finanz- und Wirtschaftskrise", meinte Strasser. Einige Gebietskörperschaften, vor allem im südeuropäischen Bereich, seien hinuntergestuft worden. Auch in Deutschland gebe es Gebietskörperschaften mit bedeutend schlechteren Ratings.

"Sehr gute Haushaltsergebnisse"

Auf Basis der Finanzplanung des Landes erwarte man weiterhin "sehr gute Haushaltsergebnisse für das Burgenland bis 2015". S&P rechne in dem Zeitraum mit "ziemlich ausgeglichenen" Haushalten nach Investitionen. Die Verschuldung dürfte kaum steigen und bei 22 bis 26 Prozent der laufenden Einnahmen bleiben, ein im österreichischen und internationalen Vergleich sehr guter Wert, schätzte Strasser. Ein "kleiner Wermutstropfen", der auch das Erreichen der höchsten Stufe AAA verhinderte, sei die im Österreich-Vergleich unterdurchschnittliche Wirtschaftskraft. Beim BIP erreiche das Burgenland etwa 80 Prozent des EU-Durchschnitts.

2010 habe es einen leichten Überschuss der Gesamteinnahmen von knapp unter einem Prozent gegeben, erklärte Finanzlandesrat Helmut Bieler (S). Bis 2015 werde man dies auf rund zehn Prozent steigern, was wieder mehr finanziellen Spielraum bedeute.

Das Burgenland habe (im Fonds für Arbeit und Wirtschaft, Anm.) 225 Mio. Euro in Anleihen, Pfandbriefen sowie Bankanleihen höchster Bonität "konservativ" veranlagt, so Landeshauptmann Hans Niessl (S). Pro Jahr habe man 8,3 bis 8,5 Mio. Euro an Erträgen erhalten. Mit dem heurigen Jahr seien es insgesamt 42 Mio. Euro.

An die 500 Mio. Euro - annähernd das Doppelte vom Schuldenstand - machen die Haftungen des Landes aus. Diese sei man "bewusst" eingegangen, um einerseits Betriebe im Rahmen der Wirtschaftsförderung unterstützen zu können. Andererseits handle es sich um Haftungen für die eigenen Gesellschaften, um billiger an Geld zu kommen, so Bieler. Bei der Wirtschaftsförderung habe man die Erfahrung, dass sehr wenig von den Unternehmenshaftungen ausbezahlt werden müsse. Ziel sei es, die Finanzen bis 2015 so zu stabilisieren, dass man ab diesem Zeitpunkt keine neuen Schulden mehr mache. Dann könne mit der Rückzahlung begonnen werden. (APA)

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