Anonymous droht Sony mit "biggest Attack ever"

14. April 2011, 14:38
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Aktivisten veröffentlichen neues Internetvideo - Rechtsstreit zwischen Sony und Hacker indes beendet

Der Rechtsstreit zwischen Sony und PlayStation 3-Hacker George Hotz hat für beide Seiten ein glimpfliches Ende gefunden. Sony verzichtet auf Schadensersatz oder ähnlich desaströse Forderungen und Hotz willigte dafür ein, nie wieder in seinem Leben ein Sony-Produkt zu hacken. Sollte er dies doch tun, drohen ihm satte Bußgelder. Die Aktivisten rund um des Anonymous-Kollektiv geben sich indes dennoch nicht zufrieden und wollen ihre Angriffe auf den Konsolenhersteller fortsetzen.

Überraschungsangriff

In einer Videobotschaft kündigten die Aktivisten "den bisher größten Angriff" an, ohne dabei das Ziel zu spezifizieren. Zuvor betonte man allerdings, dass man nicht erneut das Online-Spielenetzwerk PlayStation Network ins Visier nehmen werde, da man auf diese Weise den Konsumenten schade. Anstelle dessen machten sich die Protestschreie - die sich vor allem gegen das nachträgliche Entfernen der Option zur Installation von Linux auf der PS3 richten - zuletzt in persönlichen Attacken auf Sony-Mitarbeiter bemerkbar. So wurden persönliche Daten von Managern und Rechtsbeauftragten des Konzerns gestohlen und missbraucht. Den jüngsten Meldungen nach ist nun unter anderem angedacht, den Protest vom Internet direkt in die Geschäftslokale zu tragen.

Kritische Stimmen aus dem Netz

Als selbst ernannte Rächer erzürnter Konsumenten behaupten die Aktivisten, sich mit den Angriffen für die Rechte der Kunden einzusetzen. Dabei werden die Aktionen der Anonymous-Aktivisten im Web auch zunehmend kritisch beäugt. Im deutschsprachigen Raum kommentierte etwa das Branchenportal Golem.de die Angriffe als "undemokratisch". "Es ist entlarvend, wie Befürworter der DoS-Attacken die Entscheidung begründen, nicht die in Demokratien legalen Mittel gegen Sony einzusetzen: Sie halten ihre Meinung nicht für mehrheitsfähig. Demokratie beruht aber auf dem Konsens, dass die Mehrheit bestimmt, dass eine Interessengruppe, um sich durchzusetzen, also Mehrheiten finden muss - ein langwieriger und anstrengender Prozess, der mehr Durchhaltevermögen und Mut erfordert als ein DoS-Angriff vom heimischen Rechner aus.", so Golem. Hacker Hotz selbst etwa wählt künftig ebenfalls den Weg des Boykotts. Im Forum des Spieleblogs Kotaku finden die Aktivisten ebenfalls nicht nur Zuspruch. Unter anderem liefern die Leser Ratschläge, wie man ein Drohvideo nicht gestalten sollte. (zw)

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    foto: derstandard.at/screenshot
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