s-Immo leidet weiter an Südosteuropa

14. April 2011, 13:12
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Trendwende bei Bewertungen in Österreich und Deutschland brachte 1,8 Millionen Euro Jahresergebnis

Wien - Die börsennotierte Sparkassen Immobilien AG (s-Immo), die im vergangenen Jahr weiter an Immobilienabwertungen im Südosten gelitten hat, hat wegen der Erholung der Immo-Werte in Österreich und Deutschland 2010 einen kleinen Gewinn geschrieben.

Für heuer und nächstes Jahr geht die börsenotierte Gesellschaft erneut von Verbesserung der Situation in Rumänien, Bulgarien und Ungarn aus und verspricht, den Cash-Flow kurzfristig um 70 Prozent zu steigern, hieß es am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz der s-Immo.

"Wir werden den operativen Cash-Flow bis 2013 von heute 59 auf 100 Mio. Euro steigern", versprach Vorstand Holger Schmidtmayer. Er setzt dabei auf neue Ertragsbringer, verringerte Investitionsausgaben und die wirtschaftliche Erholung in Südosteuropa. Bei der Bilanzpressekonferenz vor einem Jahr hatte s-Immo für 2010 noch mit einem operativen Cash-Flow von 75 bis 85 Mio. Euro gerechnet. Für 2011 erwartet die s-Immo "einen klaren Aufwärtstrend und ab 2012/2013 deutliche Steigerungen".

Speziell in Bulgarien und Rumänien ist die aktuelle Situation aber nach wie vor schwierig. Der Büro-Leerstand in Sofia betrage 20 Prozent, jener in in den Problemlagen von Bukarest bis zu 40 Prozent, räumte s-Immo-Manager Friedrich Wachernig ein. Die vor einem Jahr in Bukarest und Sofia neu eröffneten Einkaufszentren sind laut Wachernig aktuell zwar praktisch voll vermietet, die Konsumlaune liege jedoch geringer als erwartet.

Tschechien und Slowakei besser als Balkan

Die Entwicklung in Tschechien und der Slowakei sei deutlich besser als am Balkan und "mit Österreich und Deutschland sind wir sehr happy", sagte Wachernig.

Nach Wertminderungen in Höhe von fast 54 Mio. Euro hat die s-Immo im vergangenen Jahr noch einmal 28 Mio. Euro in Bulgarien, Rumänien und Kroatien abschreiben müssen. Nur deutlich höhere Werte in Österreich und Deutschland haben verhindert, dass s-Immo 2010 erneut (deutlich) abwerten musste.

"2011 wird das Neubewertungsergebnis mit Sicherheit positiv ausfallen", kündigte Vorstand Ernst Vejdovszy am Donnerstag an.

Dass die Abwertungen 2010 unter dem Strich zum Stillstand gekommen sind, machte zusammen mit Buchgewinnen aus Verkäufen 95 Prozent des um 110 Mio. Euro verbesserten Ergebnisses aus. Das Ebit erreichte 2010 plus 60,5 nach minus 53,1 Mio. Euro 2009. Die Umsatzerlöse (brutto) beliefen sich auf 174,9 (153,6) Mio. Euro, die darin enthaltenen Mieterlöse machten im Vorjahr 104,0 nach 87,6 Mio. Euro aus. Der Periodenüberschuss betrug 1,8 Mio. Euro nach minus 78,6 Mio. Euro 2009.

Der innere Wert (Net Asset Value/"EPRA-NAV") stieg im Jahresabstand bis Ende 2010 auf 8,34 (8,13 Euro), die Aktie steht aktuell bei 5,08 Euro. Die s Immo verwaltet eine Nutzfläche von 1,47 Millionen Quadratmeter. Über die 248 Bestandsobjekte meldet das Unternehmen einen Vermietungsgrad von 91,7 Prozent. Rund zwei Drittel der Mieterlöse kommen aus Österreich und Deutschland, 20 Prozent aus Tschechien und der Slowakei und 25 Prozent aus Südosteuropa.(APA)

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