Opposition lehnt Gesprächsangebot ab und stellt Ultimatum

14. April 2011, 13:56
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Präsident Saleh soll innerhalb von zwei Wochen zurücktreten - Proteste gehen weiter

Sanaa - Die Opposition im Jemen hat Gespräche über eine Machtübergabe abgelehnt und eine zweiwöchige Frist für einen Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh gestellt. Der Oppositionspolitiker Mohammed al-Mutawakkil sagte am Donnerstag, ein Friedensplan arabischer Staaten sehe nicht vor, dass Saleh sofort sein Amt aufgebe. Daher werde sich die Opposition nicht an den Gesprächen in Riad beteiligen. Der Präsident hat dagegen Zustimmung signalisiert. Der Kompromissvorschlag wurde vom Golfkooperationsrat (GCC) ausgearbeitet.

Seit zwei Monaten wird das arme Jemen von Massenprotesten gegen Saleh erschüttert, der seit Jahrzehnten an der Macht ist. Er hat Neuwahlen in diesem Jahr angeboten, will jedoch nach eigenen Angaben bis dahin im Amt bleiben, um Stabilität zu gewährleisten. Die Opposition bezeichnet dies als inakzeptabel.

Proteste gehen weiter

 

Die Proteste gegen Präsident Ali Abdallah Saleh halten an. In der Hauptstadt Sanaa gingen am Mittwochnachmittag erneut Zehntausende Menschen auf die Straße und forderten den Rücktritt des seit 32 Jahren regierenden Präsidenten. Zugleich verurteilten sie das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten. Nach Angaben von Augenzeugen riefen sie Slogans wie "Ali, verschwinde!" und "Unser Protest ist friedlich".

In Aden kam es am Abend ebenfalls zu Protesten gegen Salih. In der Hafenstadt waren am Mittwochmorgen bei Angriffen von Saleh-Anhängern auf oppositionelle Demonstranten mindestens zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden.

Insgesamt wurden am Mittwoch aus mindestens zehn der 20 Provinzen des südarabischen Landes Demonstrationen von Saleh-Gegnern gemeldet. (APA)

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    Demonstration in Taiz. 

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