Schuldenabbau verzögert sich um fünf Jahre

14. April 2011, 11:15
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Wien - Die ÖBB müssen künftig neben den Italienern die Hälfte der Brenner-Basistunnel-Finanzierung stemmen. Das erhöht die Bahnschulden von derzeit rund 20 Mrd. um weitere 5 Mrd. Euro. Laut ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker verzögert sich der Schuldenabbau der Bahn um fünf Jahre, wie er dem "WirtschaftsBlatt" sagte. Das sei aber kein Problem, da die ÖBB Abwickler für öffentliche Investitionen seien. "Es geht dabei nicht um Tunnels, sondern um Trassen".

Ein Tunnel sei kein isoliertes Projekt, man müsse auch die volkswirtschaftliche Rechnung - von privaten Investitionen bis hin zu Betriebsansiedlungen - berücksichtigen.

Plan für Rückzahlung von Verbindlichkeiten

Zudem gebe es einen klar definierten Plan für die Rückzahlung der Infrastrukturverbindlichkeiten von ÖBB und Asfinag (weitere 10 Mrd. Euro, Anm.). Wenn die großen Investitionen abgeschlossen sind, werde mit der Abschichtung der Verbindlichkeiten begonnen. Wobei sich die Rückzahlung wegen der Krise und des Einbruchs des Güterverkehrs nach hinten verschieben würde. "Statt 2025 wird die Refinanzierungsphase voraussichtlich ab 2030 beginnen", wird der Aufseher zitiert.

Bis dahin werden die Infrastrukturverbindlichkeiten einen Stand von rund 40 Mrd. Euro erreicht haben. Es ist laut Pöchhacker aber nicht auszuschließen, dass das Infrastruktur-Finanzierungssystem zusammenbricht. Er will künftig auf die "Trennung von Schulden für Infrastrukturmaßnahmen und für den operativen Betrieb stärker hinweisen".

Die ÖBB haben gestern die BBT-Anteile (25 Prozent) vom Land Tirol übernommen. (APA)

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