Hohe Anzahl auch in den Industrienationen

14. April 2011, 09:54
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Risikofaktoren: Rauchen und Alkohol sowie Übergewicht der Mutter

London - Etwa eins von 320 Babys kommt in den Industrienationen tot zur Welt. Das ist zwar deutlich weniger als in vielen ärmeren Regionen der Erde, doch noch immer zu viel, schreiben Experten im Medizinjournal "The Lancet".

Mit geeigneten Maßnahmen sei eine Reduzierung der dramatischen Todesfälle möglich. Rauchen und Alkoholgenuss während der Schwangerschaft sowie Übergewicht der Mutter seien einige der Risikofaktoren, die durch Aufklärung der Mütter zu beeinflussen seien. Das Fachmagazin widmet sich in einer Serie von Artikeln und Kommentaren dem Thema Totgeburt.

Mehr als 2,6 Millionen Babys kommen jährlich weltweit tot zur Welt, mindestens 7.000 am Tag. 98 Prozent der Totgeburten ereignen sich in den ärmeren Ländern, der größte Teil davon in Südasien und den Ländern südlich der Sahara.

Stagnierende Zahl

Aber Totgeburten sind nicht nur ein Problem der armen Welt, schreiben die Experten. Nach einem deutlichen Rückgang der Fälle seit den 1940er Jahren gibt es in vielen Industrienationen derzeit keine Fortschritte mehr bei der Bekämpfung des Problems: Die Zahl der Totgeburten stagniert oder sinkt nur noch minimal.

Dabei finden sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Finnland und Singapur zum Beispiel hätten die geringste Rate an Totgeburten, nur zwei von 1.000 Babys kommen dort tot zur Welt. Fast doppelt so viele Fälle (3,9 von 1.000) gibt es in Frankreich, das damit unter den reicheren Ländern am schlechtesten abschneidet. In Deutschland kommen auf 1.000 Neugeborene 2,4 Totgeburten. Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO werden als Totgeburten jene Babys gezählt, die in oder nach der 28 Schwangerschaftswoche tot zur Welt kommen. (APA)

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