Massive Zugausfälle bei deutschen Privatbahnen

14. April 2011, 09:23
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Berlin - Die neue Streikwelle bei den Konkurrenten der Deutschen Bahn hat laut Gewerkschaft bereits in den ersten Stunden zu massiven Zugausfällen geführt. Deutschlandweit seien rund 70 Prozent der Züge bei den bestreikten Unternehmen ausgefallen, sagte der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, der dpa. Er betonte: "Die Streikwelle ist genauso angelaufen wie die bisherigen auch - mit hervorragender Beteiligung unserer Kolleginnen und Kollegen." Um 2.00 Uhr Donnerstagfrüh hatten die ersten Lokführer ihre Arbeit niedergelegt, der Arbeitskampf soll 48 Stunden dauern.

Norden stärker betroffen

Zugausfälle gibt es laut GDL "quer über die Republik": Der Norden sei erneut stärker betroffen, "weil wir dort natürlich eine hohe Anzahl von einzelnen Privatbahnen haben", erklärte Weselsky.

Zum Stand des Tarifkonflikts sagte der Gewerkschafter, die Arbeitgeber versuchten weiterhin, den Konflikt auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen. Die Unternehmen müssten aber zur Kenntnis nehmen, "dass die Lokomotivführer in Deutschland stehen wie eine Eins und nicht mehr bereit sind, sich veralbern zu lassen".

Zu der Frage, wie lange die GDL den Streik noch durchhalten könne, sagte Weselsky: "Es sollte sich niemand Sorgen um unsere Gewerkschaftskasse machen." Die GDL sei in der Lage, "noch wesentlich mehr streiken zu können, aber wir wollen das nicht. Unsere Lokführer wollen pünktlich Züge befördern. Sie sind nicht die Streikhansel an sich." Der aktuelle Arbeitskampf sei aber angesichts der Zustände im Markt "nicht nur gerecht, sondern dringend erforderlich".

Betroffen von dem geplanten zweitägigen Ausstand sind insgesamt 20 regionale Schienenverkehrsunternehmen - darunter die großen fünf Bahn-Wettbewerber Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter. Die Verbindungen des Branchenführers DB sollen ebenso verschont bleiben wie die des Wettbewerbers Keolis (Eurobahn) - mit ihm hatte es jüngst eine erste Annäherung gegeben. (APA)

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    Der Streik soll 48 Stunden dauern.

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