Factbox: Eurofighter "Typhoon"

16. Mai 2003, 20:21
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Auslieferung von Serienflugzeugen hat in diesem Jahr begonnen - Österreich ist erster Exportkunde - mit Infografik

Wien - Mit dem Eurofighter "Typhoon" hat sich Österreich für die Beteiligung an einem europäischen Rüstungs-Großprojekt entschlossen. Begonnen hat die Entwicklung des von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien getragenen europäischen Kampfflugzeugs in den achtziger Jahren, am Höhepunkt des "Kalten Kriegs". Derzeit arbeiten die vier Luftwaffen an der Einführung des neuen Systems: Zu Jahresbeginn wurden die ersten Jets aus der Serienfertigung ausgeliefert.

Erster Exportkunde

Der "Typhoon" verfügt über zwei Triebwerke, die im Vorjahr unterlegenen Konkurrenzen Gripen und F-16 verfügen im Gegensatz dazu nur über je ein Triebwerk. Der Deltaflügler mit den Canard-Flügeln ist auch die jüngste Entwicklung im Feld der damaligen Konkurrenten um den größten Rüstungsauftrag der Zweiten Republik. Österreich ist der erste Exportkunde für den europäischen Fighter. Bedenken, dass ein Jet mit "Kinderkrankheiten" und noch nicht kalkulierbaren Betriebskosten eingekauft werde, wurden stets zurück gewiesen.

Deutschland erwägt Aufschub

Die vier Partner haben einen Rahmenvertrag über 620 Stück des "Typhoon" unterschrieben. Die erste, fix finanzierte Tranche umfasst 148 Stück. Die Fähigkeiten des Jets sollen mit den weiteren zwei Tranchen schrittweise ausgebaut werden. Tranche 2 etwa soll einen Ausbau der Fähigkeiten zum Luft-Boden-Einsatz bringen. In Deutschland hat der Rechnungshof zuletzt allerdings vorgeschlagen, die zweite Tranche von 68 Stück statt in diesem Jahr erst 2007 zu bestellen. Damit könnte Geld für die Abdeckung der hohen Zusatzkosten beim Bau des Airbus-Militärtransporters A400M aufgebracht werden. Bei EADS rechnet man dennoch fix mit einer Bestellung der zweiten Tranche, aus der auch Österreich bedient werden soll.

Als Produzent des Jets tritt die "Eurofighter GmbH" mit Sitz in Hallbergmoos in Deutschland auf. An diesem Unternehmen beteiligt sind Rüstungskonzerne aus den am Projekt beteiligten Staaten: Alenia Aerospazio aus Italien mit 21 Prozent, BAE Systems (Großbritannien) mit 33 Prozent und die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) mit ihren Töchtern in Spanien und Deutschland mit 46 Prozent. Die Produktion des Jets haben sich die beteiligten Länder strikt nach ihrem Anteil an den Aufträgen aufgeteilt. Anbieter in Österreich ist die EADS.

Zahlreiche Preiserhöhungen

Begonnen hat die Entwicklung der Jets 1983. Bei der damals in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie für den "Jäger 90" war auch Frankreich beteiligt, das sich bald aber zurückzog, um mit der "Rafale" ein eigenes Kampfflugzeug zu bauen. 1985 ist dafür Spanien dazu gestoßen. Erste Versuche starteten 1986 in Großbritannien.

In der Folge kam es zu zahlreichen Modifikationen und damit verbundenen Preiserhöhungen. Nicht zuletzt diese führten in Deutschland auch zu ernsthaften Überlegungen, aus dem Programm auszusteigen. 1994 kam es dann aber dennoch zum Erstflug des ersten Prototyps. Im selben Jahr erfolgte auch die offizielle Taufe des Projekts auf "Typhoon", auf Deutsch "Taifun".

Stückzahl reduziert

Sparmaßnahmen habe aber dennoch dazu geführt, die ursprünglich geplante Stückzahl von insgesamt 765 auf 620 zu reduzieren. Den größten Anteil halten die Briten mit 232 Stück, es folgen Deutschland (180), Italien (121) und Spanien (87). Griechenland hat eine geplante Beschaffung vorerst gestoppt.

In Sachen Gegengeschäfte können die deutschen Manager der EADS, welche für die Kampagne in Österreich verantwortlich sind, auf ein großes Netzwerk verweisen. Im Konsortium vertreten sind Konzerne aus vier Nationen, darunter DaimlerChrysler (Deutschland), Lagardere Group (Frankreich), SEPI (Spanien), BAE Systems (Großbritannien) und Finmeccanica (Italien), dazu kommen französische Eigentümer der EADS. Die Palette der in diesem Netzwerk vertretenen Unternehmen und Produkte reicht von Airbus über die Raumfahrt- und die Werkstoffindustrie bis hin zu Hubschraubern.

Die technischen Daten im Detail:

  • Hersteller: Eurofighter GmbH
  • Herkunftsländer: Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien

  • Auslieferung ab 2003

  • Bestellungen ohne Österreich: Insgesamt 620 Stück an Großbritannien, Deutschland Italien und Spanien (Fix bestellt und finanziert: 148 Stück) ausgeliefert: 4 Stück - Lieferplan 2003: insgesamt 29 Stück

  • Erstflug: 1994

  • max. Startgewicht: 21.000 kg
  • max. Zuladung: 6.500 kg (ohne Treibstoff)

  • Triebwerke: 2
  • Schub: je 90 kN

  • Länge: 15,96 Meter
  • Spannweite: 10,95 Meter
  • Höhe: 5,28 Meter (APA)

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