Himmelsscheibe von Nebra beinahe ein "Wegwerfprodukt"

13. April 2011, 17:38
22 Postings

Experten analysierten das verarbeitete Kupfer und stießen dabei auf eine Überraschung

Halle - Das grenzt schon fast an bronzezeitliche Wegwerfgesellschaft: Die berühmte Himmelsscheibe von Nebra, vermeintlich für die Ewigkeit geschaffen, war offenbar nach ihrer Anfertigung nur etwa 100 bis 150 Jahre in Benutzung. Bis dato hatte man zumindest einen Umlauf von rund 400 Jahren angenommen. "Die Erkenntnis basiert auf neuen bergbauhistorischen Beobachtungen im Zusammenhang mit dem in der Bronzescheibe verwendeten Kupfer", erklärte Archäologe Harald Meller.

Das Kupfer, aus dem die Himmelsscheibe besteht, stammt laut Meller aus der Region Mitterberg bei Bischofshofen in Österreich: "Dort wurde frühestens vor etwa 3.750 bis 3.700 Jahren erstmals Kupfer abgebaut." Die Scheibe sei allerdings vor 3.600 Jahren vergraben worden, was eine Nutzungsdauer von 100 Jahren ergebe.

Die bronzene, zwei Kilogramm schwere Himmelsscheibe mit Goldauflagen zeigt die älteste konkrete Sternenabbildung der Welt. Zwei bereits verurteilte Grabräuber hatten das Stück 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt entdeckt. Der Schatz wurde im Februar 2002 von der Polizei bei einer fingierten Verkaufsaktion in der Schweiz sichergestellt und ist jetzt in der Dauerausstellung des Landesmuseums in Halle zu sehen. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Lange vor Ablauf der Garantiefrist vergraben: die Himmelsscheibe von Nebra.

Share if you care.