Rechnungshof kritisiert Tiwag

13. April 2011, 17:37
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Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt jedoch weiterhin wegen Geschenkannahme und Amtsmissbrauchs

Innsbruck - Der Tiroler Energieversorger Tiwag arbeite an einer Stellungnahme zu den Vorwürfen. Und bis zur Veröffentlichung des Landesrechnungshofberichtes (LRH) im Juni soll diese auch fertig sein, lässt Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer übers Radio wissen. Ein Sparbuch, gesponsert von der Tiwag, sei bis Mai 2010 in der Gemeinde Kaunertal vom Bürgermeister neben dem Budget verwendet worden. Das bestätige der Rohbericht des LRH laut Tiroler Tageszeitung (TT). Eine Finanzierung des Gemeinderatswahlkampfes konnte vom LRH offenbar nicht festgestellt werden. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt jedoch weiterhin wegen Geschenkannahme und Amtsmissbrauchs.

Kritisiert wird von den Landesprüfern offenbar auch die teure Inanspruchnahme von externen Beratungen durch die Tiwag. Millionen sollen in Rechtsberatungen geflossen sein. Zudem sollen zwischen 2008 und 2010 rund 23 Millionen an Beraterhonoraren von der Tiwag ausgegeben worden sein. So soll die PR-Agentur Hofherr in dieser Zeit an die 5000 Stunden um rund 630.000 Euro für die Tiwag gearbeitet haben.

Für den grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair sind die in der TT veröffentlichen Zahlen zwar hohe, aber "geklärte Geldflüsse", er erwartet sich weit brisantere, "ungeklärte Geldflüsse" im Endbericht der LRH: Die Tiwag sei ein VP-Versorgungsposten. Und es sei klar: Wer mit dem Land ins Geschäft kommen wolle, der engagiere die PR-Agentur Hofherr.

Keinen Kommentar zu den Verwicklungen gibt es aus der Agentur. Für Mair ist klar, dass das Land seine Geschäfte bedeckt halten wolle: So heiße es in der Stellungnahme Tirols zum Entwurf des Gesetzes zur Transparenz von Medienkooperationen, Tirol könne sich eine Offenlegung der Daten für seine Landesunternehmen nicht vorstellen. Das sei wettbewerbsverzerrend. (ver, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2011)

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