"Jetzt muss man die Hintermänner finden"

13. April 2011, 17:14
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Historikerin Bailer-Galanda vermutet, dass sich Neonazis zu sicher gefühlt haben

Wien - Ist Gottfried Küssel tatsächlich noch eine Integrationsfigur der Rechtsextremen Europas? Zumindest dreißig "nationale Aktivisten" versammelten sich jedenfalls am Dienstagabend in Dortmund, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren.

Oder ist er nur mehr ein skurriler Szene-Opa? Letzteres, glaubt Brigitte Bailer-Galanda, die Leiterin des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW), "hieße, ihn zu unterschätzen. Er ist ein gefragter Referent bei Europas Neonazis, und er ist, so leid's mir tut, intelligent".

Warum er nun wegen Verdachts der Wiederbetätigung festgenommen wurde, erklärt Bailer-Galanda dem Standard damit, dass er sich vermutlich "zu sicher fühlte. Überhaupt wurden die Texte auf der Alpen-Donau-Seite immer unverhohlener." Daher müsse man jetzt "aufklären, ob die Macher der Seite wirklich die guten Kontakte in die Polizei und die FPÖ haben, derer sie sich rühmten". Küssel und Franz Radl seien Teil der "offenkundigen Szene, jetzt muss man tiefer graben und die Hintermänner finden". (cms, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2011)

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