Pröll als Nachfolger von Christian Konrad gehandelt

13. April 2011, 18:18
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Gerüchte, wonach Josef Pröll einmal den mächtigen Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad (67) nachfolgen wird, gab es immer wieder. Konrad beeilte sich am Mittwoch mitzuteilen, dass es "bis dato keinerlei Vereinbarung über einen Eintritt oder eine Beschäftigung von Josef Pröll bei Raiffeisen" gibt. Alternativen zu Pröll sind vorhanden: Walter Rothensteiner (Boss der Raiffeisen Zentralbank) oder Beteiligungschef Erwin Hameseder.

Prölls Voraussetzungen wären nicht die schlechtesten: Er war Referent in der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer und Jahre später Landwirtschaftsminister. In der Vergangenheit hat Konrad mehrmals betont, dass er sich Pröll als seinen Nachfolger vorstellen könne. Das galt auch für die Funktion des stellvertretenden Landesjägermeisters in Niederösterreich, um quasi in Konrads Fußstapfen zu steigen. Pröll entschied sich für die Politik und hatte für die Jagd keine Zeit mehr.

Der Raiffeisen-Boss soll mit Ende März 2012 in Pension gehen (zeitgleich übrigens mit dem Chef der Raiffeisen Landesbank OÖ, Ludwig Scharinger). Pröll, der noch geraume Zeit sein Ministergehalt weiter bekommt, hätte also genügend Zeit, um wieder gesund zu werden und dann die nächste Mammutaufgabe innerhalb des Raiffeisen-Sektors zu übernehmen. Auf die dafür notwendige Unterstützung der Bundesländerverbände könnte Pröll zählen. Obwohl Prölls bisheriges Arbeitspensum zwar ein Marathon war, wäre die Funktion des Generalanwaltes aber zumindest ein Halbmarathon, sagen Kenner.

Die Salzburger Nachrichten spekulieren damit, dass Pröll einen Führungsjob bei der Raiffeisen-Tochter Leipnik-Lundenburger übernimmt. Andere setzen auf die Agrana. Zum Einarbeiten in den Sektor wären beide möglich, als Dauerjob für einen Ex-Vizekanzler aber ein Downgrading. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2011)

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