Kindesentziehung in OÖ: Bub wieder beim Vater

13. April 2011, 16:11
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Bub wurde Mutter abgenommen - 27-Jährige hatte Sechsjährigen unerlaubt nach Tschechien mitgenommen

Linz/Prag  - Das Tauziehen der Eltern um einen Sechsjährigen, den seine Mutter kurz vor Weihnachten unerlaubt von Linz in ihre Heimat Tschechien gebracht hat, ist nach vier Monaten zu Ende. Das Gericht in Brünn hat Anfang der Woche die Abnahme des Kindes angeordnet. Der Bub ist mittlerweile wieder bei seinem Vater, der das Sorgerecht hat, in Oberösterreich.

Die Mutter war im Dezember 2010 bei ihrem Ex-Partner aufgetaucht und bei einem gemeinsamen Christkindlmarktbesuch mit dem Buben verschwunden. Sie brachte den Sechsjährigen, der bei seinem Vater im Bezirk Linz-Land gelebt hatte, in ihren Heimatort in Tschechien nahe der polnischen Grenze.

Gericht ordnete Übergabe an

Das Bezirksgericht Traun ordnete bereits im Jänner die Rückführung des Buben an. Anfang April bestätigte das Gericht in Brünn diesen Bescheid. Es gab der Mutter zehn Tage Zeit, um das Kind dem Vater zurückzugeben. Eine geplante Übergabe in Budweis kam nicht zustande. Die Mutter erschien zwar am vereinbarten Treffpunkt, der damals Fünfjährige war aber nicht dabei. Die 27-jährige Tschechin sagte gegenüber ihrem Ex-Partner, sie wolle sich die vollen zehn Tage bis zur Übergabe Zeit lassen.

Nachdem die vom Gericht gesetzte Frist abgelaufen war, stellte der Vater am Montag einen Antrag auf Abnahme des Kindes. Diese wurde noch am selben Tag von einer Richterin in Brünn bewilligt und am Mittwoch gegen 6.00 Uhr in der nordböhmischen Stadt Decin durchgeführt. Laut seinem Anwalt Klaus Dorninger sei der 36-Jährige vor Ort gewesen und habe den Buben gleich in Empfang genommen. Alles sei problemlos abgelaufen. Vater und Sohn wollen sich nun erst einmal eine Auszeit nehmen, so der Anwalt. (APA)

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