Grassers Vermögens­verwalter Wicki im Visier

13. April 2011, 15:22
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Staatsanwaltschaft bestätigt Hausdurchsuchungen - Ainedter: Wicki Vermögensverwalter von Grassers Schwiegermutter

Wien - Bei den gestrigen Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Liechtenstein in Zusammenhang mit den Strafcausen Buwog und Meinl ist auch der Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki ins Visier der Justiz genommen worden. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Michaela Schnell, heute Mittwoch mehrere Medienberichte bestätigte, wurden auch bei Wicki Razzien durchgeführt. Wicki gilt laut Medienberichten als Schlüsselfigur bei Grassers Geldanlagen und soll die Buwog-Provision veranlagt haben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Grasser selber wollte sich heute auf APA-Anfrage nicht dazu äußern und verwies auf die gestrige Stellungnahme seines Anwalts, Manfred Ainedter. Dieser hatte erklärt, bei den Razzien werde nichts Neues herauskommen, Grasser habe bereits alles offengelegt. Wicki sei der Vermögensverwalter von Grassers Schwiegermutter in Bezug auf deren Hypo-Investment, betonte Ainedter heute.

Bei Wicki wurden am Dienstag drei Hausdurchsuchungen durchgeführt: In Büros in Liechtenstein und der Schweiz sowie in seinem Schweizer Privat-Domizil, berichtete der "Kurier". Laut einem Sprecher Wickis wurden dabei "nur Dokumente mitgenommen, die längst im Akt in Wien liegen". Dass Wicki zu einer Schlüsselfigur werden könnte, hat Meischberger schon in seinem Tagebuch vorausgeahnt. Am 24. November 2009 notierte der Grasser-Freund: "Er (KHG) wird mit Geri (Toifl, Meischbergers Ex-Anwalt) nach Zürich fliegen und die Dinge mit Wicki klären. Hier steckt noch Gefahrenpotenzial." Wickis Sprecher bestätigte gegenüber dem "Kurier", dass ein solches Treffen Ende 2009 stattgefunden habe: Grasser sei mit Toifl nach Zürich gekommen. Wicki habe Grasser damals "um Aufklärung" gebeten.

Wicki hat laut Medienberichten für Grassers Freund Meischberger einen Teil der Buwog-Provision veranlagt und laut Ainedter für Grassers Schwiegermutter in die Kärntner Hypo Bank investiert. Den Verdacht, dass in Wahrheit Grasser von dem lukrativen Deal profitiert habe, hat dieser stets zurückgewiesen. Die 500.000 Euro, die von Grassers Schwiegermutter Marina Giori-Lhota stammen sollen, wurden Ende 2006 in die Genussscheine der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank gesteckt - der Deal war von Tilo Berlin eingefädelt worden. Damals war Grasser noch Finanzminister, er schied mit Jänner 2007 aus dem Amt. Das Hypo-Investment landete dann über die Ferint AG, eine Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaft, bei der Mandarin Group.

Wie die Zeitung "Österreich" berichtet, wurden gestern auch Razzien bei der schweizerischen Ferint AG und bei der Karibik-Briefkastenfirma Mandarin in Vaduz durchgeführt. (APA)

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