Renault-Chef verteidigt sich nach "Spionageaffäre"

13. April 2011, 14:29
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Topmanager nach Rauswurf von Führungskräften in der Kritik

Paris - Nach der vermeintlichen "Spionageaffäre" beim französischen Autobauer Renault verteidigt sich Konzernchef Carlos Ghosn gegen Kritik an seinem Krisenmanagement. "Ich bin der Überzeugung, dass ein Kapitän das Schiff in einer Krise nicht verlässt", sagte Ghosn im Gespräch mit der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos". "Ein Chef ist immer verantwortlich, aber man kann mir nicht alle Vorwürfe auf einmal machen."

Der französische Arbeitgeberverband und Gewerkschaftsvertreter hatten den Topmanager am Tag zuvor dafür kritisiert, dass er nach der vermeintlichen Affäre um Betriebsspionage seinen Stellvertreter Patrick Pelata opferte, statt selbst zurückzutreten.

Renault hatte im Jänner drei langjährige Manager rausgeworfen, weil sie angeblich firmeninternes Wissen an Außenstehende verkauft hatten. Bei den darauffolgenden Ermittlungen stellte sich allerdings heraus, dass es keine Spionage gegeben hatte und das Unternehmen einem Betrüger aufgesessen war, der die drei Führungskräfte völlig zu Unrecht beschuldigt hatte. Der Autobauer musste sich in aller Form bei den Managern entschuldigen und zahlt ihnen nun Schadenersatz in Millionenhöhe; am Montag gab der Hersteller bekannt, dass Pelata als Nummer Zwei des Unternehmens und einige weitere Führungskräfte ihren Posten räumen müssen.

Dass sein Stellvertreter gehe - Pelata soll in der Unternehmensgruppe Renault-Nissan einen anderen Job bekommen - sei "eine logische Folge" der Aufarbeitung der Affäre, sagte Ghosn. Ihm selbst sei im Laufe der Ermittlungen nicht das Geringste vorgeworfen worden.

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