E-Control arbeitet auf intelligente Stromzähler hin

13. April 2011, 12:58
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Wien - Noch im ersten Halbjahr will die Regulierungsbehörde E-Control Mindestanforderungen für intelligente Stromzähler (Smart Meter) vorlegen. Damit wäre Sicherheit geschaffen, damit die Energieversorger Stromzähler installieren, die nach Tageszeit oder allgemeinem Stromverbrauch unterschiedliche Preise berechnen und diese zeitnah, etwa monatlich, übermitteln können. Über kurz oder lang werde dies auch zu tageszeitlich differenzierten Strompreisen führen, erwartet Martin Graf, seit kurzem mit Walter Boltz Vorstand der E-Control.

Die EU schreibt vor, dass bis 2020 80 Prozent der Stromzähler "intelligent" sind. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner könnte eine schnellere und umfassendere Abdeckung vorschreiben, ob und wann er es tut, ist offen. Eine Beschleunigung sollte kein Problem sein, meint Boltz. Wenn man innerhalb von ein paar Monaten eine Million iPads verkaufen könne, müsse es auch möglich sein, innerhalb von ein paar Jahren ein paar Millionen Haushalte mit Stromzählern zu versorgen, die "nicht der Gipfel des High-tech" seien, vergleicht er. 5,5 Mio. Stromzähler gibt es in Österreich, ergänzte Graf am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.

Die Kosten für Smart Meters seien bisher von E-Control voll anerkannt worden und dürften es auch in Zukunft werden, sagte Graf. Nach E-Control-Berechnung wird die Umrüstung 800 Mio. Euro bis 1,1 Mrd. Euro kosten.

Im ersten Halbjahr will der Regulator außerdem eine Verordnung herausbringen, die sicherstellt, dass Konsumenten innerhalb von drei Wochen den Stromanbieter wechseln können. Eine weitere Verordnung soll dazu führen, dass die Kunden genauer erkennen, woher ihr Strom kommt. Ein eigener Tarifkalkulator für Gewerbetreibende soll kommen.

Graf und Boltz haben sich die Agenden aufteilt. Das sei "rasch und einvernehmlich" erfolgt, betonten die beiden, die für fünf Jahre bestellt sind. Demnach wird Graf für Ökoenergie, Energieeffizienz, Tarife sowie "Volkswirtschaft" mit den Bereichen statistische Erhebungen und Berichtswesen verantwortlich sein. Boltz wird sich um Rahmen und Strukturen des Strom- und Gasmarktes, Endkunden und Internationales kümmern. Formell muss die Aufteilung noch durch den Aufsichtsrat genehmigt werden.

Parallel zur Umstellung der E-Control von einer GmbH in eine Anstalt öffentlichen Rechts habe es auch einige neue Kompetenzen gegeben. So sei der Vorstand nun für die Genehmigung der Kosten der Netzbetreiber zuständig. Die Regulierungskommission entscheidet dann über die Tarife für die einzelnen Kunden. Künftig gebe es 76 statt bisher 41 Unternehmen im Tarifverfahren. Über ein Regulierungskonto sollen Mehr- und Mindererlöse ausgeglichen werden. (APA)

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