AG will mit Durchsetzungskraft statt Ideologie an Spitze

13. April 2011, 12:09
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Spitzenkandidat Bernhard Krall fordert "faires Zugangsmanagement", Anerkennung des Bachelor-Abschlusses und Ausbau des Stipendiensystems

Wien - Mit einem Rundumschlag gegen den aktuellen Vorsitz der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) hat die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) heute, Mittwoch, den Wahlkampf für die ÖH-Wahlen Ende Mai gestartet. "Wenn die rot-grüne Bundes-ÖH die vergangenen zwei Jahre eins war, dann laut und medial präsent", so AG-Bundesobmann Jan-Philipp Schifko bei der heutigen Pressekonferenz. Statt für eine "ideologisch motivierte Fundamentalopposition" zu stehen, solle die ÖH zur "durchsetzungsfähigen Interessenvertretung" werden, betonte AG-Spitzenkandidat Bernhard Krall. "Die AG diskutiert in der ÖH nicht über Gesellschaftspolitik, besetzt keine Unis, vertritt keine Ideologien, sondern kümmert sich ausschließlich um die Studierenden."

Zuwachs als Wahlziel

Bei den ÖH-Wahlen 2009 war die AG zwar stimmenstärkste Fraktion, die ÖH-Führung stellte jedoch eine Koalition aus den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Fraktion Engagierter Studierender (FEST). Diesmal soll das Wahlziel der AG, die zuletzt 33 Prozent der Stimmen bekommen hatte, "idealerweise bei 50 Prozent plus" liegen, so Krall. Realistisch sei das nicht, einen Zuwachs an Stimmen und Mandaten wünsche man sich dennoch - dann sei man "bereit, mit all jenen zusammenzuarbeiten, die mit uns unsere Ideen umsetzen wollen".

Zu den Ideen zählt auch das "faire Zugangsmanagement" dort, wo es "aufgrund derzeitiger Zustände nötig ist", heißt es im Wahlprogramm der AG. "Die gesunkene Drop-out-Quote in beschränkten Studien und die dadurch gestiegenen Absolventenzahlen sprechen für sich." So befürwortet Krall u.a. Studieneingangsphasen in überlaufenen Studienrichtungen.

Mehr Budget gefordert

Die Finanzierung der Unis soll indes im Mittelpunkt gesamtpolitischer Diskussionen stehen, "weil wir Studenten die Garanten einer florierenden Zukunft dieses Landes sind", meinte Krall. Der 25-Jährige fordert, dass zwei Prozent des BIP für die tertiäre Bildung zur Verfügung stehen sollen. Auch die finanzielle Lage der Studenten selbst solle sich mithilfe der AG ändern: Gefordert wird die "sofortige und kompromisslose Rücknahme" der Kürzungen der Familienbeihilfe und der Ausbau leistungsgeförderter Stipendien. Generell solle das Stipendiensystem "treffsicherer, leistungsfördernder und vor allem sozial gerechter" gestaltet und die zulässigen Verdienstgrenzen angehoben werden.

Bezüglich des Bologna-Systems kritisierte Krall die bis heute fehlende Anerkennung des Bachelor-Abschlusses am Arbeitsmarkt und dass die Mobilität sich "dramatisch verschlechtert hat". Der Wechsel zwischen Studienfächern und -orten soll erleichtert, die Plätze beim Erasmus-Austauschprogramm der EU ausgebaut und die internationalen Austauschprogramme erweitert werden. Krall fordert zudem die Einführung eines zeitlichen "window of opportunity" für die Absolvierung eines Auslandssemesters und spricht von "dringendem Handlungsbedarf" im Bereich der Internationalisierung von Universitäten. (APA)

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    Spitzenkandidat der Aktionsgemeinschaft, Bernhard Krall.

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