"Bad Bank" KA Finanz mit ausgeglichenem Ergebnis

13. April 2011, 11:27
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Wien - Die beiden aus der notverstaatlichten Ex-Kommunalkredit hervorgegangenen aber voneinander unabhängigen Institute Kommunalkredit Austria AG (KA) und KA Finanz AG (KF) konnten beide im ersten vollen Geschäftsjahr ihre Ergebnisziele übertreffen. Die Kommunalkredit Austria, in der das weitergeführte Geschäft konzentriert wurde, schloss mit einem IFRS-Konzerngewinn von 24,7 Mio. Euro nach 2,9 Mio. Euro im Jahr davor. Die zum Abbau vorgesehene KA Finanz AG konnte mit einem ausgeglichen Ergebnis nach UGB abschließen. An die Republik wurden 182,6 Mio. Euro Haftungsentgelt überwiesen. Zinszahlungen oder Ausschüttungen auf PS-Kapital fanden nicht statt.

An diesen vorläufigen Ergebnissen dürfte sich nichts mehr ändern, so Alois Steinbichler, der die beiden Institute gemeinsam mit Andreas Fleischmann in Personalunion führt.

Steinbichler sieht die KA für die weitere Entwicklung auch ohne staatliche Unterstützung gut positioniert. Der Geschäftsfokus wird weiterhin auf die Zusammenarbeit mit kommunalen und infrastrukturellen Projekterrichtern und -betreibern gelegt, mit Spezialisierung auf soziale Infrastruktur, Energie, Umwelt und Verkehr. Hier konnten Neuauszahlungen von 810 Mio. Euro getätigt werden. An den Staat wird 2011 neben dem Steueraufwand eine rund 7,4 Mio. Euro schwere "Stabilitätsabgabe" geleistet werden.

Weiterer Abbau von Risikopositionen

In der KF ist der weitere Abbau von Risikopositionen im Ausmaß von 2,4 Mrd. Euro geplant, davon 1,5 Mrd. Euro durch aktiven Verkauf. Bis Ende 2011 werden dann 9,5 Mrd. Euro abgebaut sein, an den Staat werden 89,9 Mio. Euro Haftungsentgelte bezahlt und daher auch kein Bilanzgewinn erwartet.

In der KA ist die Bilanzsumme durch die Zurücknahme des Interbankengeschäftes auf 16,3 (18,3) Mrd. Euro gesunken. Die Kundenforderungen stiegen um 4 Prozent auf 10,4 Mrd. Euro. Die Eigenmittel betrugen per Jahresende 517,1 Mio. Euro, was bei risikogewichteten Aktiva von 2,6 Mrd. Euro eine Eigenmittelquote von 19,7 nach 17,7 Prozent ergab. Das Kernkapital betrug 411,4 Mio. Euro, die Kernkapitalquote belief sich auf 15,7 (14,3) Prozent. 2010 hat die KA keine öffentliche Unterstützung in Anspruch genommen, die Kundeneinlagen lagen bei 1,6 Mrd. Euro. Im Februar 2011 konnte eine 500 Mio. Euro-Anleihe platziert werden.

Während im IFRS-Abschluss ein Jahresgewinn von 24,7 Mio. Euro lukriert werden konnte, wurde nach UGB ausgeglichen bilanziert. Dies lag insbesondere an einer nur nach UGB möglichen Pauschalvorsorge in Höhe von 27 Mio. Euro, wie Steinbichler betonte. Für "kompensatorische Eigenleistungen an die Republik für erhaltene Staatshilfe wurden 3,2 Mio. Euro rückgestellt, sowohl in der IFRS- als auch UGB-Bilanz. Zum EU-Beihilfeverfahren hieß es, die Zustimmung der Kommission bestätige die eingeschlagene Geschäftsstrategie.

In die KA Finanz AG wurde im Vorjahr die unter Altlasten leidende Zypern-Tochter KIB fusioniert. Die Bilanzsumme beträgt 16,5 Mrd. Euro. Neben 12,5 Mrd. Euro an Wertpapieren und Darlehen bestehen 10,5 Mrd. Euro an Haftungen aus CDS-Kontrakten. Das Gesamtobligo macht 24,7 Mrd. Euro aus. 51 Prozent oder 12,5 Mrd. Euro entfallen auf Euroländer - 1,0 Mrd. auf Griechenland, und jeweils 0,8 Mrd. auf Irland und Portugal. In Summe wurden 434,4 Mio. Euro Risikovorsorgen gebildet. Im Wertpapier- und Darlehensportfolio wurden von 293,9 Mio. Euro 174,1 Mio. Euro wertberichtigt, weiters wurden 165,3 Mio. Euro für eine Pauschalvorsorge und 95 Mio. Euro für allgemeine Bankrisiken gebildet. Mit Eigenmitteln von 927,4 Mio. Euro bei 7,1 Mrd. Euro risikogewichteten Aktiva wird eine Eigenmittelquote von 12,7 Prozent erreicht. Das Kernkapital beträgt 544,7 Mio. Euro, die Kernkapitalquote 7,5 Prozent. (APA)

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