Wieder Leichen in Mexiko gefunden

13. April 2011, 07:36
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Regierung macht Drogenbande "Los Zetas" für Massenmord verantwortlich

Mexiko-Stadt - Die mexikanische Polizei hat im Westen des Landes elf verscharrte Leichen gefunden. Es handele sich um neun Männer und zwei Frauen, teilten die Behörden im Bundesstaat Sinaloa an der Grenze zu den USA am Dienstag (Ortszeit) mit.

Bei den Gräbern in der Gemeinde Ahome hätten einige Patronenhülsen gelegen, aber es sei noch nicht bekannt, wie und warum die Menschen zu Tode gekommen seien, sagte der Sprecher der regionalen Staatsanwaltschaft, Martín Gastelum. Unklar war auch, wer die Menschen dort verscharrte. Die Suche nach möglichen weiteren Gräbern solle fortgesetzt werden

Bisher größte Ansammlung an Massengräbern entdeckt

Währenddessen hat Mexikos Regierung die Drogenbande Los Zetas für den Mord an 116 Menschen verantwortlich gemacht, deren Leichen jüngst in Massengräbern im Nordosten des Landes entdeckt worden sind. "Wir können bestätigen, dass die Leichen von 116 Menschen gefunden wurden, die offenbar durch die kriminelle Gruppe Zetas getötet wurden", sagte Generalstaatsanwältin Marisela Morales am Dienstag vor Reportern.

Am Donnerstag war im Bundesstaat Tamaulipas in der Region von San Fernando rund 160 Kilometer südlich der Grenze zum US-Bundesstaat Texas die größte jemals in Mexiko entdeckte Ansammlung von Massengräbern gefunden worden. Seitdem werden immer neue Gräber entdeckt - allein am Dienstag wurden 32 weitere Leichen ausgegraben. Nach Angaben der Behörden wurden seit Beginn des Jahres in der Region sechs Reisebusse überfallen und ihre Passagiere entführt. Bisher wurden 17 mutmaßliche Beteiligte an den Verbrechen festgenommen.

Gesamtopferzahl könne noch deutlich steigen

An Bord von zwei der vermissten Busse befanden sich demnach vorwiegend Mexikaner, doch wurde auch die Leiche eines Guatemalteken gefunden. Das US-Konsulat in Matamoros sagte zudem, mindestens ein US-Bürger habe sich an Bord einer der attackierten Busse befunden. Nach Angaben der Armee wurden die Gräber dank der Hinweise eines Verdächtigen entdeckt, der zugab, an dem Mord von 43 Menschen beteiligt gewesen zu sein. Einwohner sagten lokalen Medien, die Gesamtopferzahl könne noch deutlich steigen.

Im Bundesstaat Tamaulipas liefern sich seit vergangenem Jahr das Golf-Kartell und seine ehemaligen Verbündeten der besonders brutalen Bande Los Zetas einen blutigen Kampf um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. In San Fernando waren bereits im August 2010 die Leichen von 72 Einwanderern gefunden worden. Nach Ansicht der Behörden waren die aus El Salvador, Honduras, Guatemala, Ecuador und Brasilien stammenden Menschen ermordet worden, weil sie sich geweigert hatten, als Drogenschmuggler zu arbeiten. (APA)

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