UNO warnt vor Verfolgung von Gbagbo-Anhängern

13. April 2011, 09:41
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    foto: reuters/emmanuel braun

    Ouattara-Anhänger feiern in Abidjan

Ouattara soll nun "Land einen" – EU und USA versprechen Unterstützung beim Wiederaufbau

New York/Abidjan – Nach der Machtübernahme des rechtmäßig gewählten Präsidenten in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste), hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon den Wahlsieger Alassane Ouattara vor einer Verfolgung seiner politischen Gegner gewarnt. Ouattara müsse dafür sorgen, dass den Anhängern seines Gegenspielers Laurent Gbagbo nichts passiere, sagte ein UN-Sprecher am Dienstag in New York. Das habe Ban in einem langen Telefongespräch mit Ouattara deutlich gemacht.

Jedes weitere Blutvergießen in dem westafrikanischen Land müsse jetzt verhindert werden, sagte der UN-Generalsekretär. Ouattaras wichtigste Aufgabe sei es jetzt, das Land zu einen. Der bisherige Präsident Gbagbo hatte sich trotz einer klaren Wahlniederlage fünf Monate lang geweigert, sein Amt abzugeben. Nach blutigen Kämpfen war er am Montag festgenommen worden.

Die Europäische Union unterstützt den Wiederaufbau in der Elfenbeinküste mit 180 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen vor allem Medikamente, Wasser und Sanitäreinrichtungen bereitgestellt und die Landwirtschaft unterstützt werden. Zudem würden damit Schulden der Elfenbeinküste bei der Europäischen Investitionsbank beglichen. Die französische Regierung kündigte am Dienstag eine Sonderhilfe in Höhe von 400 Millionen Euro an. Mit dem Geld sollten in einem ersten Schritt die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung gestillt werden, ließ Wirtschaftsministerin Christine Lagarde mitteilen.

USA als "starker Partner"

US-Präsident Barack Obama sicherte Ouattara in einem Telefonat Unterstützung beim Wiederaufbau zu. Die Präsidenten hätten in dem Telefonat zudem klar gemacht, dass alle etwaigen Gräueltaten im aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssten - egal auf welcher Seite des Konfliktes sie gestanden hätten. Sowohl die Vereinten Nationen sowie der Internationale Strafgerichtshof sollten bei Ermittlungen unterstützt werden. Die USA bezeichnete Obama als "starken Partner" einer neuen Regierung.

Am Dienstag schwiegen die Waffen in der wochenlang umkämpften Hafenstadt Abidjan. Doch noch immer gelten mehrere Stadtteile als nicht sicher, ist ungewiss, ob die Anhänger Gbagbos den Kampf auch wirklich einstellen. Auch Ouattara ist noch nicht in den Präsidentenpalast umgezogen, sondern hat sein Hauptquartier weiterhin in einem Hotel in Abidjan, das auch Sitz der UN-Mission UNOCI in dem westafrikanischen Land ist.

Über 500 Tote, mehr als eine Million Flüchtlinge

Wenige Stunden nach der Festnahme Gbagbos am Montag rief Ouattara zur Versöhnung auf. In einer Fernsehansprache appellierte er an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren, und ermahnte seine Anhänger, auf Gewalt und Rache gegen Gbagbos Parteigänger zu verzichten. Zugleich kündigte er eine juristische Aufarbeitung der politischen Gewalt während des monatelangen Konflikts an. Auch Gbagbo hatte seine Anhänger im Fernsehen aufgerufen, nun die Kämpfe einzustellen.

Während des Machtkampfes waren nach UN-Schätzungen allein in den vergangenen Tagen fast 540 Menschen getötet worden. Mehr als eine Million Menschen vor allem aus der Hafenstadt Abidjan sind vor der Gewalt geflohen. Ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ging sogar von noch mehr Opfern aus. Nicht nur Gbagbos Sicherheitskräfte sollen Verbrechen begangen haben. Im Westen des Landes wurden nach dem Fund Hunderter Leichen auch Ouattaras Truppen ethnischer Morde bezichtigt. (APA)

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15 Postings
entenfutallesgut
03
13.4.2011, 18:45
Den Gbagbo ham's schon verschleppt

in den islamischen Norden des Landes. Der wird jetzt sicher malträtiert.

Mariamari
24
13.4.2011, 16:37
was für eine Enttäuschung!

"trotz einer klaren Wahlniederlage"
dass ich nicht lache! Klar war daran wohl gar nichts.

Und so etwas nennt sich ernstzunehmender Journalismus!

Ich bin zu tiefst enttäuscht von der Berichterstattung des Standards. Es wird nur nachgeplappert was Frankreich alle Welt glauben machen will.

uni versalis
00
14.4.2011, 09:22
woher wollen sie denn das beurteilen

was hier richtig ist?

waren sie dabei oder meinen behaupten zu können, dass man dem conseil constitutionnel uneingschränkt zu glauben hat und auf was hinauf?

Malkaye
310
13.4.2011, 14:07
warum lügt der standard?

"Nicht nur Gbagbos Sicherheitskräfte sollen Verbrechen begangen haben."

das ist klare manipulation. schon vor ende der kämpfe stand fest, dass ouattaras barbarische rebellen für fast alle zivilien opfer verantwortllich sind. allein in duekoue wurden an einem einzigen tag mehr menschen, als seit der wahl von ihnen abgeschlachtet.

in diesem artikel reiht sich falschaussage hinter falschaussage:
- ouattara wurde weder wirklich international anerkannt, noch liefen die wahlen korrekt ab.
- gbagbo nicht "nun" auch zum ende der kämpfe aufgerufen, sondern schon von anfang an gewaltfreiheit gefordert und wollte verhandeln (im gegensatz zu ouattaras rebellen und frankreich)
- es fehlt der zusatz, dass frankreich gbagbo entführt hat.

PUTSCH!

uni versalis
00
14.4.2011, 09:33
ihre persönlichen (befangenen) analysen sind wirklich nicht sehr spannend.dass sie gewisse interessen vertreten, sieht jeder blinde.

falschaussage hinter falschaussage reiht sich hinter ihre monate anhaltende agitation.

- sie sind a) nicht imstande zu beruteilen, ob die wahlen gefälscht waren oder nicht (auch wenn sie offenbar ein interesse daran haben)
- b) sie verscheigen die zusammensetzung des conseil constitutionnel - oder kennen sie halt nicht. diesen geistigen kraftakt erwartet sich keiner von ihnen
- c) sie verschweigen die übergriffe der gabgbo anhänger die es auch gab. von über 1000 toten und vermissten in duékoué gehen zumindest 100 tote auf das konto der gbagbo-milizen, wohl mehr. viele fälle sind auch ungeklärt
- ob und wer gabgbo entführt hat, lassens lieber leute vor ort beurteilen

30 cent je posting, mehr dürften sie bei dieser qualität nicht kriegen

uni versalis
00
14.4.2011, 09:19
falsch.

stichwort duékoué.

Aimé
09
13.4.2011, 12:44
UNO/USA/Frankreich

Unterstützen killer, meine Mutter hat mich gerade angerufen und hat mir gesagt, dass die Rebellen im Haus meines Onkels - ehemaliger politiker u kollege von Gbagbo in den 80ern/90ern - waren. Zum Glück ist ihm nichts passiert und meiner 4 jährigen Nichte. Wollten nur sein Alkohol. 30 min später, gab es Schüße im Nachbarnhaus, 1 toter - kein rebel. Die rebellen haben Gefängnisse gestürmt und die Gefangenen freigelassen und Waffen gegeben gestern. Vor 2 Wochen haben sie es in meinem Dorf gemacht. Die Menschen fliehen, wenn meine Eltern Glück haben, kriegen sie einen Flug in den kommenden Tagen für Wien.

Die Rebellen jubeln nicht die Menschen.

Alien Nation
16
13.4.2011, 11:37
Letztendlich haben französische Truppen Tatsachen geschaffen und im Interesse Frankreichs gehandelt

Gbagbo hatte sich zu sehr der ausländischen Einflussnahme widersetzt und die Grenze der Toleranz war erreicht.

Darüber den Deckmantel einer Wahlniederlage und Voila eine neue Marionette bis sich das Spielchen wiederholt.

Aimé
07
13.4.2011, 11:31
540?

Durch die bomben von Frankreich u der UNO sind in einer woche mind. 2000 menschen gestorben...

(@ derStandard: Suchen Sie bitte nach der Wahrheit und geben Sie den Lesern die wahre Information.)

hatamatata
 
03
13.4.2011, 08:52

warum spalten sich die christen nich ab? wenn die moslems die wahl gewinnen, aber die minderheit im anschluss mit verfolgung rechnen muss, braucht man einen eigenen staat! auch wenns dem norden aus finanziellen gründen nicht passt

Bertel Mann
010
13.4.2011, 08:00
Jetzt spricht die UNO bloß von 540 Menschen?

zitat Standard:
"Im Bürgerkrieg in der westafrikanischen Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben Kämpfer des international anerkannten Siegers der Präsidentenwahl vom November, Alassane Ouattara, ein Massaker an Zivilisten verübt. Dabei wurden Anfang Woche in der westlich gelegenen Stadt Duékoué mindestens 800 Menschen umgebracht."

Zählen die von Anhängern Ouattaras Umgebrachten nicht als Menschen?

grumbleduke
 
014
13.4.2011, 07:21
"EU und USA sichern Unterstützung beim Wiederaufbau zu"

Na dann: Gute Nacht, Elfenbeinküste!

entenfutallesgut
02
13.4.2011, 18:47
Aufbau .... so wie in Afghanistan ...

Premier Gaou
022
13.4.2011, 07:13
Ouattaras Anhänger feierten?

Das Foto in diesem Artikel kommt einem Offenbarungseid gleich. Die Foto-Jounalisten schaffen es seit zwei Tagen nicht, auch nur ein halbwegs vernünftiges Bild zu inszenieren, auf dem man ein paar jubelnde Menschen sieht. Denn: niemand jubelt! das Morden durch Ouattara-Schergen geht unvermindert weiter und diesen "Präsidenten" will keiner, auch wenn er mittels Wahlfälschung und Militärputsch unter Missbrauch der UNO an die Macht geputscht wurde. Soll das die neue Afrika-Politik unter Sarkozy und Obama sein?

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