Sinkende Lebenserwartung nur durch Kampf gegen Alkohol aufzuhalten

12. April 2011, 23:08
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Laut Studie - Bevölkerungszahl rückläufig - Lebenserwartung von Männern niedriger als in Bangladesch

Berlin - Russland kann die sinkende Lebenserwartung seiner Bevölkerung einer Untersuchung zufolge nur durch einen Kampf gegen den Alkohol aufhalten. Alkohol sei der wichtigste Faktor für die "starke negative Entwicklung" bei der Demografie, sagte der Direktor des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz, am Dienstag bei der Vorstellung einer Russland-Studie.

Häufigste Todesursache in Russland seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund bestimmter Trinkgewohnheiten gefolgt von Todesfällen durch äußere Einflüsse wie Morde, Selbstmorde und Unfälle. Von den Morden ließen sich 72 Prozent auf Alkoholmissbrauch zurückführen, von den Selbstmorden 42 Prozent.

Dies alles führe mit dazu, dass die Bevölkerungszahl in Russland seit 1993 von 149 Millionen auf 142 Millionen Menschen zurückgegangen sei, heißt es in der Studie "Die schrumpfende Weltmacht". Ohne Zuwanderung hätte sich der Verlust sogar auf etwa 11,5 Millionen Menschen belaufen. Besonders der Gesundheitszustand von Männern sei schlecht, sie konnten der Studie zufolge Mitte der 90er Jahre lediglich mit einer durchschnittlichen Lebenszeit von 58 Jahren rechnen. Heute liege die Lebenserwartung von Männern mit 62,8 Jahren noch immer niedriger als in Bangladesch. (APA)

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