Mutmaßlicher Taliban-Kommandant von Kunduz wechselte Seiten

12. April 2011, 21:20
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Mit 50 Kämpfern in Kandahar zur Regierung übergelaufen

Kandahar - Der mutmaßliche Schattengouverneur der Taliban in der nordafghanischen Provinz Kunduz hat sich von den Extremisten losgesagt. Gemeinsam mit etwa 50 weiteren Kämpfern lief er am Montag in Kandahar im Süden des Landes zur Regierung über. Die Taliban hätten ihn vor kurzem zum Schattengouverneur in Kundus ernannt und er habe dorthin aufbrechen sollen, aber die Versöhnung erscheine ihm sinnvoller, sagte Maulawi Abdul Asis Journalisten in Kandahar. Er und seine Kämpfer waren mit leichten und schweren Maschinengewehren bewaffnet und trugen die weißen Fahnen der Taliban einem Regierungsgebäude im Distrikt Pajwai ankamen.

Ahmed Wali Karzai, der Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und Chef der Provinzversammlung, empfing die Gruppe gemeinsam mit dem Gouverneur der Provinz Kandahar. Anschließend übergaben die Kämpfer ihre Waffen und die Taliban-Fahnen und erhielten stattdessen afghanische Nationalflaggen. Gouverneur Turlaiai Wisa begrüßte den Seitenwechsel und erklärte, damit werde sich die Sicherheitslage in der Region sicher verbessern. Von den Taliban war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Kandahar ist der Geburtsort und die Hochburg der Taliban. Die afghanische Regierung wirbt jedoch für die Aussöhnung mit den Taliban, sofern diese ihre Waffen niederlegen und sich vom Extremismus lossagen.

Die Provinz Kunduz liegt im Verantwortungsbereich der deutschen Bundeswehr im Norden Afghanistans. Im Vergleich zu anderen Gebieten im relativ ruhigen Norden sind die Taliban dort traditionell stark. Sie lieferten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Gefechte mit den deutschen Truppen. (APA/Reuters)

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