EU-Staaten säumig bei der Energieeffizienz

12. April 2011, 19:56
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Insbesondere mit Gebäudedämmung könnten schnell Energiespar-Erfolge zu erzielen sein

Die 20/20/20-Energieziele der EU, wonach bis 2020 wichtige Ziele im Bereich Alternativenergien geschafft werden sollen, sind bei weitem nicht in trockenen Tüchern. Insbesondere bei dem Teilziel, Energie um 20 Prozent effizienter einzusetzen, sind die EU-Staaten hinten nach, so Energiekommissar Günther Oettinger bei der "Sustainable Energy Week" in Brüssel. Als Kontinent, der an Rohstoffen arm ist und Erdöl und Erdgas weitestgehend importieren muss, sei es hoch an der Zeit, die verbleibenden Jahre bis 2020 dafür zu nutzen, bestehende Infrastruktur energiesparsamer und effizienter umzugestalten.

Insbesondere mit Gebäudedämmung könnten schnell Energiespar-Erfolge zu erzielen sein. Die öffentliche Hand, die in der EU zwölf Prozent des Gebäudebestandes besitzt, sollte gezielt beginnen, ihre Häuser - Schulen, Unis, Kasernen etc. - energieeffizient umzugestalten.

Höhere Sanierungsrate

Regionalkommissar Johannes Hahn sprach von einer Win-win-Situation, die dadurch erreicht werden könnte, dass die derzeitige Sanierungsrate bei Gebäuden von 1,6 Prozent verdoppelt würde. Der EU-Kohäsionsfonds werde seine Förderpolitik jedenfalls stärker auf die 2020-Ziele abstellen, sagte Hahn. Es gebe Berechnungen, wonach sich Sanierungsinvestitionen bei Gewerbegebäuden innerhalb von zwei Jahren rechneten; bei Privathäusern innerhalb von acht bis zehn Jahren.

Hahn hob hervor, dass entsprechende Teile des Kohäsionsfonds, die für Energiespar-Projekte angezapft könnten, derzeit nicht ausgeschöpft werden. Aufgrund der schnellen Amortisierungszeit bei Gebäudesanierung kann sich Hahn in diesem Bereich auch "revolvierende" Fonds vorstellen - also EU-Fördergelder, die (ganz oder teilweise) zurückgezahlt werden müssen und wieder in die Fördertöpfe zurückfließen, die für Gebäudesanierung vorgesehen sind: "So wie der Marshallplan funktioniert hat." (Johanna Ruzicka aus Brüssel/DER STANDARD-Printausgabem 13.4.2011)

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