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Algier/Paris - Bei der gewaltsamen Auflösung einer Studenten-Demonstration in der algerischen Hauptstadt Algier sind mehrere Menschen verletzt worden. Einige Dutzend junge Algerier seien von Bereitschaftspolizisten brutal niedergeknüppelt worden, berichtete die Zeitung "El Watan" am Dienstag in ihrer online-Ausgabe. Augenzeugen sprachen von mindestens 50 Verletzten, andere sogar von bis zu 100. Auch zahlreiche Polizisten wurden nach diesen Angaben verletzt. Offizielle Angaben dazu gab es zunächst allerdings nicht.
Die Behörden hatten die Demonstranten nach Augenzeugen-Berichten mehrfach vergeblich zur Auflösung ihres Protestmarsches zum Präsidentenpalast aufgefordert. Die Studenten forderten den Rücktritt des Erziehungsministers wegen nicht eingehaltener Versprechen im Umfeld einer angekündigten Bildungsreform und skandierten regierungsfeindliche Parolen.
Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte erst im Februar den am 9. Februar 1992 verhängten Ausnahmezustand offiziell beendet, der dem Staat weitgehende Eingriffe in politische Rechte erlaubt. Seine Abschaffung war eine der Hauptforderungen der Regierungsgegner, die unter dem Eindruck der Ereignisse in Tunesien, Ägypten oder Libyen gegen das herrschende System und die sozialen Missstände im Lande protestiert hatten. (APA)
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