Côte d’Ivoire

Nagelprobe für Afrika

12. April 2011, 19:22

Die ersten Ankündigungen des neuen Präsidenten sind vielversprechend - von Julia Raabe

Mit wem es die internationale Gemeinschaft in Côte d'Ivoire wirklich zu tun hat, wird sich bereits in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Ist der neue Präsident Alassane Ouattara der Demokrat, der das zerrissene Land einen kann, wie angekündigt? Und ist er stark genug - oder droht dem Land ein neuer Konflikt?

Ouattara muss jetzt besonders in zwei Punkten seine Qualitäten als Landesführer beweisen. Zum einen im Umgang mit seinen Gegnern. Das heißt nicht nur sicherzustellen, dass sein Rivale Laurent Gbagbo wirklich einen fairen Prozess erhält, sei es vor einem nationalen oder einem internationalen Gericht. Sondern es bedeutet auch und vor allem, die eigenen Anhänger davon abzuhalten, sich an Gbagbos Leuten zu rächen und Lynchjustiz zu üben.

Zum anderen müssen die Verbrechen aufgeklärt und geahndet werden, die während der Kämpfe verübt worden sind. Hier muss Ouattara auch in den eigenen Reihen aufräumen. Seine Anhänger werden verdächtigt, für entsetzliche Massaker an Zivilisten verantwortlich zu sein.

Die ersten Ankündigungen des neuen Präsidenten sind vielversprechend. Jetzt muss er den Worten Taten folgen lassen. Gelingt das, könnte Côte d'Ivoire trotz dieses blutigen Kapitels zu einem afrikanischen Positivbeispiel werden, das auch signalisiert: Ein Wahlergebnis ist nicht verhandelbar. Gelingt es nicht, ist das Kapitel des Bürgerkriegs noch lange nicht abgeschlossen. (Julia Raabe /DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2011)

Kommentar posten
12 Postings
hema1
 
00
18.4.2011, 10:40
Diebe und andere Banditen

Dort haben sich auch Diebe große Summen Geldes "unter den Nagel" gerissen. Mir wurde eine große Summe angeboten, wenn ich mithelfe es aus der Elfenbeinküste heraus zu bringen.
Ich habe abgelehnt.
Das "Angebot" kam über meine Homepage.
http://www.hopeland.at

Aimé
00
15.4.2011, 10:20
Da ist nichts vielversprechend...

Jetzt hat Frankreich seine Marionette installiert, aber die Marionette kann seine Rebellen nicht kontrollieren. Seit Gbagbo´s kidnapping herrscht die Hölle in Cote d´Ivoire. Zivilisten, die angeblich Gbagbo gewählt haben, werden umgebracht. Journalisten, die auf der Seite von Gbagbo waren, werden gesucht. 3 sind schon umgebracht worden. Häuser/supermärkte/Banken/Büros werden geplündert. Darüber schreiben die int. Medien nicht mehr. Ihnen ist das Volk sowas von egal. Jetzt steckt das Land tief in der Sch... Die sollten sich bei ihren Lesern entschuldigen ihnen die falsche Info gegeben zu haben.

Hofer1002
11
13.4.2011, 19:06
So

ein schei.. Artikel ,vor 50 Jahren zog Frankreich ein paar verrückte Grenzen und entliess einen in sich gespaltenen Staat in die Unabhängigkeit,nicht ohne sich eine Militärbasis und das Recht im Notfall auch militärisch einzugreifen zu sichern.Und das hat sie gerade jetzt wieder einmal gemacht.Aufgrund writschaftlicher Interessen und der Ausnutzung eines dubiosen Wahlergebnisses hat Frankreich sich auf eine Seite geschlagen und das militärische Gleichgewicht zu Gunsten Quattaras ausschlagen lassen. Wenn das ein positives Beispiel für die Zukunft Afrikas sein soll dann gute Nacht. Und glaubt mir,Dankbarkeit wird es keine geben sondern der Hass auf Europa wird in Afrika nur weiter und weiter wachsen.

1%
00
13.4.2011, 17:33
Hat schon wer eine Nagelprobe in Afrika gemacht?

Wie sind die Mädels?

emma goldman
00
14.4.2011, 19:29

beschnitten. Das wird ihre geilheit nicht stillen.

Chien de Pique
00
13.4.2011, 14:27

Die vielversprechenden Ankündigungen sind das übliche hohle Stroh, das zu dreschen in der Situation erwartet wird. Wenn Outtara nicht schlimmer wird als Gbagbo, muss man schon dankbar sein, die Taten seiner Seite lassen das aber nicht erwarten. Wie soll Outtara aufräumen, falls seine Anhänger mit seiner Billigung, im Extremfall seinem Auftrag gehandelt haben? Was wahrscheinlicher scheint als das Gegenteil.

Bertel Mann
16
13.4.2011, 05:36
Ein Wahlergebnis ist zunächst einmal nicht von "der internationalen Gemeinschaft" festzulegen

Sondern von den nationalen dafür zuständigen Institutionen. Und wenn diese Wahlbetrug einer Seite feststellen (z.B. dadurch, dass es mehr Stimmen als Wahlberechtigte gibt), ist dies eben zu akzeptieren.

Das Beispiel Elfenbeinküste zeigt,
- dass das Völkerrecht keine Rolle mehr spielt
- dass unsere "unabhängigen Medien" zu reinen kriegsgeilen Propagandazeitschriften verkommen sind
- dass die Staaten Afrikas bis auf wenige (z.B. Libyen) niemals unabhängig waren
- dass die Rohstoffe noch immer im Besitz der ehemalige Kolonialmächte sind
- dass dieser Besitz mit Waffengewalt verteidigt wird
- dass die UNO mittlerweile die Relevanz des Völkerbundes hat

uni versalis
12
13.4.2011, 15:36
viele spekulationen, wenig wissen dahinter. sie insinuieren hier, dass von westlichen medien hier unwahrheiten verbreitet werden, ohne es aber zu wissen. sie behaupten aus weiter ferne, es habe wahlbetrug stattgefunden, weil der (von gabgbo

kontrollierte) conseil constitutionnel das sagte und hier einige leser dies für unbestritten halten? das reicht ihnen? es gibt keinen beweis dafür, nur die behauptung und die medien die diese abdgedruckt haben. warum sie das nicht hinterfragen, ist wohl nicht nur mir schleierhaft.

wir glauben also ungeingeschränkt einem (parteilichen) cc in einer westafrik. scheindemokratie, aber unseren institutionen schon lange nicht mehr. aha

offensichtlich sind internationale wahlkommissionen nur dann legitim, wenn es um die verhinderung der wahlmanipulation durch rechtsgerichtete parteien geht.

interessant auch, dass nur von massakern ouattaras gesprochen wird. dabei ist gbagbo für die meisten der 1000 opfer und vermissten in duékoué verantwortlich.

geschlechtsumwandlung quotenposterin
43
12.4.2011, 23:15

Die Kolonialmacht Frankreich
hat einen genehemen Vasallen installiert.
das ist Realpolitik heute -- die Macht des Stärkeren --- alles andere ist Beiwerk und Ablenkung .

Wollen wir das ändern , sind zuerst ,
die beherrschenden Wirtschafts - Bürokratie -
und Militärstrukturen zu ändern ,
--- also viel zu tun

uni versalis
11
13.4.2011, 15:46
da es für wahlmanipulationen

keine beweise, sondern nur behauptungen der seite gbagbos gibt (bzw. des conseil constitutionnel), verstehe ich nicht, warum dies als erwiesene tatsache dargestellt wird.

interessen hat jeder und überall, das ist hier nicht anders als sonst.

ich lese aber aus ihrem posting heraus, dass die wahl ouattaras schon alleine dadurch ihre legitimität verliert, weil sie der ehemaligen kolonialmacht und anderen westlichen ländern nützt oder lieber ist und offenbar sollte man selbst dann eine annulierung der ergebnisse in kauf nehmen, wenn die beweise fehlen (und das tun sie).

abgesehen davon, dass die chinesen eher einen gbagbo wollten (was machen wir jetzt, winder interessen dahinter ?), ist diese einstellung alleine schon undemokratisch.

salzmen1
00
12.4.2011, 22:09
wahlergebniss ist nicht verhandelbar....

jedoch das zustandekommen des wie zum Ergebniss!

nach afrikanischer Maniere, weil Uno und Frankreich nicht wollen...noch mal wählen zu gehen!

So wie in der zentralafrikanischen Republik, vor ca 10 Jahren.

Das Ergebniss wurde bestimmt von...
Nein das für und wieder abgwägt( diplomatische natürlich )

Warentester
02
12.4.2011, 22:07

"Die ersten Ankündigungen des neuen Präsidenten sind vielversprechend."

Das waren die von vielen aderen auch. rausgekommen ist bei solche Umständen dann meist das Gegenteil. Wie naiv kann man sein? Oder ist das nur lautes Pfeifem im Wald?

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