Ouattara ruft zur Versöhnung auf

12. April 2011, 18:19
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    foto: apa/epa

    Kämpfer des neuen Präsidenten Ouattara posieren mit der gefangenen ehemaligen First Lady, Simone Gbagbo. Experten warnen vor neuem Blutvergießen – etwa durch Racheaktionen von Anhängern Ouattaras an Gbagbos Truppen.

Angst vor weiterer Gewalt und Racheaktionen gegen Gbagbo-Anhänger

Der neue Präsident Côte d'Ivoires, Alassane Ouattara, hat die Bevölkerung zur Versöhnung aufgerufen. Doch ist die Angst groß, dass die Kämpfe weitergehen könnten - trotz der Festnahme von Ouattaras Widersacher Gbagbo.

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Abidjan - Côte d'Ivoire, Tag eins nach dem Ende des Machtkampfs: In der Metropole Abidjan herrschte am Dienstag Erleichterung vor. Endlich sei die Schlacht entschieden, der bisherige Präsident Laurent Gbagbo verhaftet, sagten Bewohner den Journalisten internationaler Medien. Doch die Angst vor weiterer Gewalt sei allgegenwärtig. Die Unsicherheit ist groß.

Anhänger des offiziell anerkannten Siegers der Präsidentenwahl, Alassane Ouattara, hatten am Montag den langjährigen Präsidenten Gbagbo festgenommen. Über vier Monate lang hatte dieser sich geweigert zurückzutreten. Zum Schluss hatten auch französische und UN-Soldaten geholfen, ihn mit Waffengewalt zum Aufgeben zu zwingen.

Ouattara, der neue Präsident, trat nur wenige Stunden nach Gbagbos Festnahme vor die Kamera seines TV-Kanals TCI. "Ich rufe meine Mitbürger dazu auf, von jeglicher Vergeltung oder Gewalt abzusehen", sagte Ouattara in der Nacht auf Dienstag. Dies solle eine "neue Ära der Hoffnung" werden.

Die beiden verfeindeten Lager, die sich vor allem in den vergangenen zwei Wochen erbitterte Kämpfe geliefert hatten, rief der neue Präsident des westafrikanischen Landes zur Versöhnung auf. Vorwürfe über Gräueltaten an Zivilisten - auf beiden Seiten - sollten aufgeklärt werden. Dafür werde eine Wahrheits- und Versöhnungskommission geschaffen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an Ouattara, alles zu tun, um ein neues Blutbad zu verhindern. Auch Gbagbo hatte in einer kurzen Ansprache gefordert, die Waffen niederzulegen.

Die Uno und Menschenrechtsorganisationen hatten in den vergangenen Tagen über Massaker im Westen des Landes berichtet. Die Vereinten Nationen haben dort bisher 536 Leichen gefunden. Der Verdacht fiel auch auf Truppen, die auf Ouattaras Seite kämpften.

Bis zum bitteren Ende

Obwohl die Macht nun bei dem international anerkannten Präsidenten liegt, ist nach Experteneinschätzungen der Konflikt noch nicht vorbei. Insbesondere war zunächst unklar, ob Gbagbos Anhänger die Gewalt wirklich einstellen werden. Sie hatten einen Kampf bis zum bitteren Ende gelobt. In dem Konflikt zwischen den beiden Lagern in dem weltgrößten Kakaoexportland sind seit November mindestens 1000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als eine Million wurden obdachlos. Unklar blieb vorerst auch die Rolle der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich bei der Festnahme Gbagbos.

Als unmittelbares Problem galt das Sicherheitsvakuum in Abidjan. "Die meisten Polizisten sind nicht auf ihren Posten. Beide Seiten verüben Einbrüche, vergewaltigen und töten", sagte eine Sprecherin der UN-Menschenrechtskommission. Nach den zehntägigen Kämpfen in der Stadt gingen der Bevölkerung Lebensmittel und Wasser aus.

Das UN-Ermittlungsteam zu den Menschenrechtsverletzungen soll die frühere Sonderberichterstatterin für Nordkorea, die thailändische Rechtsprofessorin Vitit Muntabhorn, leiten. (Reuters, AFP, AP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2011)

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Posting 1 bis 25 von 28
1 2
shoosi
01
13.4.2011, 10:20

mir ist heute am nüchternen Magen schlecht geworden,als ich dieses Foto sah und die Sätze dazu finde ich völlig unpassend. wie oft wurde diese Frau vor und nach von dem Foto von diesen Männern vergewaltigt???

jo eh
04
13.4.2011, 10:38

die frau wirkt apathisch und schwerst traumatisiert, zerrissene kleidung, sie wird an den haaren festgehalten und man muss annehmen, dass ihr davor schon schlimmstes widerfahren ist.
unpassend finde ich die bildunterschrift, die in verharmlosender weise von "posieren" spricht - als wäre das ein gewöhnliches fotoshooting.
ebenso ratlos macht, dass das rosa blatt, das sich sonst ausführlich dem thema menschenrechte widmet, hier mit keiner silbe erwähnt, dass das demütigende zurschaustellen der gefangenen simone gbagbo der genfer konvention widerspricht.

allerdings erscheint die berichterstattung zur lage in CIV überhaupt wenig objektiv und gut recherchiert..und der innenminister ist ja auch nur zufällig nach seiner festnahme "gestorben"...

grumbleduke
 
04
13.4.2011, 07:19
Gut gemacht, Sarkozy!

Wie man an den Massakern von Ouattaras Truppen und am Bild oben erkennen kann, wurde zweifellos der rechte Philanthrop an die Macht geputscht.

Träume sind Schäume..
11
13.4.2011, 00:57
Dieses Photo ist eine Schande

Und zeugt mehr von barbarischen Akten einer enthemmten Soldateska.

Auch wenn es richtig ist einen Wahlsieger zum Präsidentenamt zu verhelfen.
Kann man so mit seinem Klientel und Familie nicht umspringen.

Und dieses miese Grinsen der Uniformierten.
Das erinnert an die Erhängung des Italieners Batisti im erstenen Weltkrieg durch Kuk Truppen, wo grinsende Henker in einer millionenfach gedruckten Ansichts Karte zu sehen sind.

Einen Karl Kraus bräucht ma heut wieder....

Enrico Furioso
15
13.4.2011, 00:43
Die Versöhnung zeigt durchschlagende Wirkung

wie man an dem "Selbstmord" Tagros sieht.

Aber Hauptsache die "Guten", der Kriegsverbrecher Ouattara und seine Verbündeten, die Franzosen, haben gewonnen. Und die EU freut sich. Wie schön.

DuesselDoofer
00
13.4.2011, 06:39
ich freu' mich auch....

:-)

kelchstein
02
12.4.2011, 22:20
Der Staat in dem sich alles wiederholt

Als Ghagbo im Oktober 2000 die Wahlen gewann, weigerte sich sein Gegenkandidat den Wahlergebnis anzuerkennen. Es folgten blutige Auseinandersetzungen bis der Wahlverlierer die Flucht ergriff. Ghagbo forderte eine nationale Aussöhnung.

kelchstein
00
12.4.2011, 22:21

"das Wahlergebnis"

salzmen1
00
12.4.2011, 22:13
humanität...

...will heißen, urteilen aber nicht töten!

gemordet haben beide!

Peter W1
 
38
12.4.2011, 22:11

"Anhänger des offiziell anerkannten Siegers der Präsidentenwahl, Alassane Ouattara"

Was soll denn der Holler? Outtara hat vom Verfassungsgerichtshof bewiesenen Wahlbetrug begangen. Leutln, wenn er in einigen Bezirken mehr Stimmen bekommt als es Wähler gibt ... dann würde auch in Österreich sogar ein LIF die Mehrheit bekommen!

Daher ist der Wahlsieger unverändert Gbagbo. Lernts mit Fakten zu leben und lügts eure Leser nicht unentwegt an.

Nicht recherchieren können und nur längst widerlegten Unfug schreiben. Das schafft die Kinderpost auch!

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
21
12.4.2011, 23:38

ich finde derstandard.at könnte solchen posts mit ein paar infos entgegentreten, sonst steht das einfach so da und am ende glaubt man einem peter w1 mehr als dem standard weils cooler ist. von mir aus auch zensieren, aber das forum sollte nicht zu einer plattform für verschwörer werden.

Timagoras
 
12
13.4.2011, 14:25
"aber das forum sollte nicht zu einer plattform für verschwörer werden"

.
ich fürchte, da sind Sie nicht ganz auf dem aktuellen stand:

das ist es doch längst.

Timagoras
 
10
12.4.2011, 22:33
"Daher ist der Wahlsieger unverändert Gbagbo. Lernts mit Fakten zu leben"

.
weil er seinem widersacher wahlbetrug "nachgewiesen" hat, zählt sein eigener wahlbetrug nicht?

aha ...

Peter W1
 
17
12.4.2011, 22:08

Outtaras Truppen haben heute den Innenminister ermordet und in der Hauptstadt ziehen sie durch die Häuser und ermorden Anhänger des von französischen Söldnern gestürzten Präsidenten.

Recherchierts ihr auch mal zur Abwechslung was??? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Diese News bekommst du mit 5 Minuten Recherche. Und was bringts ihr? Nutzlose Propaganda, in der ein Massenmörder zur Versöhnung aufruft! Das ist ja wie wenn der Strache sich über Xenophobie aufregt.

DuesselDoofer
10
13.4.2011, 06:44
der Typ hat sich selbst gerichtet....

was faselnS da von Mord?

kelchstein
08
12.4.2011, 22:03
Gemäß den Genfer Konventionen muss die „Ehre und Würde" von Gefangenen gewahrt bleiben

Sowohl neben lebenden als auch verletzten und toten Gefangenen darf nicht posiert werden.

insertnamehere
 
03
12.4.2011, 23:30
Man kriegt tatsächlich den Eindruck, als hätte es jede Bürgerkriegspartei auf dem ganzen Kontinent als größten Ehrgeiz, die Gräuel des 30jährigen Kriegs in JEDER Hinsicht zu übertreffen.

Das Wissen, dass so ein Foto wohl noch eins der Harmloseren in dem Konflikt sein dürfte, ändert nichts daran, dass ich jedesmal, wenn ichs seh, ein ziemlich archaisches Bedürfnis verspüre, dass zB die 6 Helden darauf bei nächster Gelegenheit am nächsten Baum landen.

Kein Begriff drückt Mich aus
00
12.4.2011, 22:10

und du glaubst das interessiert die dort? wer soll denn das durchsetzen. Der Westen hat da wohl kein Interesse einzugreifen, der Vorwand der Menschenrechte und der Demokratie wird nur hervor gegraben, wenn eine Intervention in die Hoheit eines anderen Staats auch eine erfolgversprechende Investition ist für die westlichen Machthaber. Das ist der einzige Grund. In Ausnahmefällen mögen europäische Machthaber eines Staates auch mal ausscheren aus der Koalition des Westens, aber das auch nur weil der äußere Gewinn schwerer wiegt als der innere Verlust, drohende Abwahlen usw.

Kein Begriff drückt Mich aus
00
12.4.2011, 22:38

Die Ausnahme ist hier natürlich Frankreich. Die versuchen ihre Stellung in den afrikanischen Postkolonien zu behalten. Das hat wohl innen- wie außenpolitische Gründe.

geschlechtsumwandlung quotenposterin
02
12.4.2011, 22:00
Familienangelegenheit

Familienangelegenheit sozusagen ,
der Militäreinsatz der Franzosen .

Ist der Sarkozy doch der Trauzeuge
bei Ouattaras Hochzeit gewesen

Peter W1
 
02
12.4.2011, 22:13

Naja, da ging es eher um die Ressourcen ndn die Geschäfte damit. In diesem Fall um die Ankündigung der Verstaatlichung der Kakaoplantagen (eh nur die weltgrössten), die sich bisher in den Händen der französischen Kolonialisten befinden.

jkob
01
12.4.2011, 21:57

eigentlich sollte man solche fotos nicht im Standard veröffentlichen.

Kuehlschrank .
 
00
13.4.2011, 07:58

Wieso nicht. Sonst gäbe es überhaupt nichts mehr Ehrliches in der Berichterstattung um den Staatsstreich.

jo eh
010
12.4.2011, 19:25

unabhängig von der vorgeschichte und den politischen ereignissen, aber bei dem bild wird mir schlecht, wie eine jagdtrophäe wird simone gbagbo präsentiert.

fucking anglizismen
09
12.4.2011, 20:49

ich hoffe für sie dass sie nur präsentiert wird und die nichts schlimmeres mit ihr machen

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